Montag, 25. Juli 2016

Schlaflos in ein neues Heim

(Dienstag, 19. Juli bis Sonntag, 24. Juli 2016)

Da ich der Typ Mensch bin, der Urlaub von seinem Urlaub braucht (vor allem, wenn man nonstop unterwegs ist...), war die Woche nach meinem Trip an die Gold Coast ziemlich anstrengend, vor allem da mein Schlafmangel durch meine 7-jährige Zimmergenossin nicht gerade gelindert wurde. Kam es die letzten zwei Wochen eher selten vor, dass ich mein Zimmer teilen musste, da die Große oft bei der Mutter mit im Bett schlief, so hatte ich diese Woche keine Ruhe. Mein Gastvater kam von seiner Geschäftsreise wieder, sodass platzmäßig gar nichts anderes übrig blieb, als das Mädchen im oberen Bett des Hochbettes schlafen zu lassen. Dass sie keinen besonders ruhigen Schlaf hat, stellte ich im Laufe der Nächte unfreiwillig fest. Ich haben einen Menschen noch nie so viel im Schlaf reden geschweige denn sich bewegen hören. Und mit bewegen meine ich boxen, treten, sich von der einen auf die andere Seite schmeißen und die Decke stündlich neu platzieren. Wenn dann auch noch Albträume hinzu kommen, sodass ich 3 Mal pro Nacht aufstehen und das im Schlaf weinende Mädchen beruhigen muss, die keine Anstalten machte, aufzuwachen, kann man eventuell verstehen, weshalb ich mehr als sonst auf meine tägliche Dosis Kaffee angewiesen war. Freitags bekam ich dann auch noch von einer Mutter zu hören: "Du siehst aber gar nicht gut aus...!" - Danke, genau das habe ich jetzt gebraucht und baut mich wirklich auf!
Ich habe mich damit über Wasser gehalten, dass das alles in absehbarem Zeitraum vorübergehen und der Umzug am Samstag anstehen würde. Außerdem saß ich nicht allein in diesem Boot, man merkte allen eine gewisse gereizte Grundstimmung und Übermüdung an, das Mädchen wurde dann auch noch krank - nur der Junge steckte alles ziemlich gut weg. In dieser Woche ging ich nicht surfen, erst einmal macht es mir mehr Spaß und ist motivierender, wenn man in Gesellschaft zur Stunde geht - und ich habe noch keine neuen "Surfbuddies" gefunden - und dann wollte ich meinen (halben) freien Tag lieber gemütlich und entspannt verbringen, weshalb ich mich mit einem dänischen Au Pair in einem Café (Bluewater, direkt an der Strandpromenade) traf. Was man als Au Pair so eben in seiner Freizeit tut... sein Geld in Gesellschaft anderer für Essen und Kaffee ausgeben :D
Samstag war es dann so weit, der große Umzugstag stand endlich bevor. Früh packten wir unsere restlichen Sachen, putzen die Wohnung der Freunde, die uns während ihrer Abwesenheit Unterkunft gewährten und machten uns gegen Mittag auf den Weg zum neuen Haus. Ich war schon seit Tagen ganz gespannt, denn das letzte Mal, als ich das Haus vor 2 Monaten sah, war es eine einzige große Baustelle. Auch jetzt ist es noch eine, aber eine, auf der man leben kann... Meine Aufgabe war es dann hauptsächlich die Kinder außerhalb des Hauses zu beschäftigen, damit die Eltern die Küche und die Schlafzimmer säubern und einigermaßen bewohnbar einrichten konnten. Es ist trotzdem alles immer noch unglaublich staubig von den ganzen Bauarbeiten und ich glaube damit werden wir auch in den nächsten Wochen noch ordentlich zu kämpfen haben. Da das Wetter gut mitspielte, machten wir uns auf den Weg zum Little Manly Beach und verbrachten dort und auf dem nahe gelegenen Spielplatz einige Stunden. Nach einem langen Tag ließen wir uns Essen liefern und fielen früh ins Bett. 
Sonntag wollte ich eigentlich in die Stadt fahren, aber ich kam morgens einfach nicht aus den Federn. Meine Kräfte reichten später am Nachmittag nur für einen Kaffee in Gesellschaft von anderen Au Pairs am Strand. Abends ging ich mit meiner Gastfamilie in dem Restaurant essen, in das sie mich an einem meiner ersten Abende eingeladen hatten und feierten den Einzug in das langersehnte Eigenheim. Und nach zwei anstrengenden Monaten kann ich sagen: auch wenn der Ausblick und die Lage noch so schön ist (sehr ruhig mit Blick auf einen National Park, den Hafen und die Skyline Sydneys), das Haus riesig und ich sogar mein eigenes Badezimmer habe, ist das Beste an der ganze Sache, dass ich mir nie wieder mein Zimmer mit einer 7-Jährigen teilen, nie wieder in Australien umziehen muss und mich endlich - auch wenn es nur für ein paar Monate ist - heimisch einrichten und angekommen fühlen kann. Das ist mein persönlicher Luxus. Und den werde ich genießen.

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