Montag, 21. März 2016

Was kostet die Welt?!

Egal ob eine Flasche Corona (0,33l), meine Zahnpasta - beides für läppische 9$ zu haben -, vernünftiges Schwarzbrot aus der Bäckerei (ca. 8$) oder die winzige Portion Salat für 15$: der Lebensstandard hier ist nicht ganz billig. Auch Wohnungssuchende müssen in Manly / Sydney tief in die Tasche greifen. 500$ pro Woche für ein Zwei-Zimmer-Appartment ist absolut normal. 
Ich wurde zwar vorher gewarnt, aber irgendwie hab ich doch nicht wirklich damit gerechnet. Wow!
Die, die hier leben und aufgewachsen sind, mögen das gewohnt sein - ihr Einkommen ist im Vergleich durchschnittlich viel höher als das eines Deutschen -, aber ich muss manchmal zwei Mal hinschauen und kräftig schlucken, wenn ich die Preise sehe oder höre. Und vor allem zwei Mal überlegen, ob es das Wert ist. 
Ich gehe super gerne essen, und hier gibt es so viele tolle Restaurants und Cafés, aber oft richte ich mir für unterwegs doch lieber ein Sandwich, um nicht schon wieder mal eben 20$ für eine Mahlzeit auszugeben. Oder ich gehe bei H&M oder anderen günstigen Ketten shoppen, anstatt in individuellen Läden nach Kleidung zu suchen, vor allem für den Alltag. Denn das läppert sich... Und sonst komme ich mit meinem Taschengeld nicht weit, vom Sparen für mögliche Reisen und Wochenendtrips mal ganz abgesehen. Ich weiß, das ist Meckern auf hohem Niveau...
Das Bezahlen wird einem auch noch so einfach gemacht: bei Beträgen unter 100$ legt man lediglich die Kreditkarte auf das Lesegerät und schon ist alles erledigt. Weder eine Unterschrift noch eine PIN-Nummer wird benötigt. Da ist das Geld schneller weg, als einem lieb ist... Ich selbst habe eine bessere Übersicht über meine Ausgaben, wenn ich bar bezahle, weshalb ich das überwiegend so handhabe. Einen Teil von meinem Gehalt zahle ich erst gar nicht aufs Konto ein und wenn mein Bargeld aufgebraucht ist, weiß ich, dass ich mich etwas zurück halten muss ;) Und damit hat man nicht einmal Nachteile. Im Supermarkt kann man ebenfalls an den Express-Selbstscanner-Kassen bezahlen und der Betrag wird auf- bzw. abgerundet, kleinere Münzen als 5ct gibt es gar nicht. Für einige Märkte und Geschäfte ist es sogar besser bzw. eine Notwendigkeit, Bargeld dabei zu haben.
Sobald ich die Gegend in und um Manly & Sydney erkundet und somit kein Problem habe, einen Teil meiner Freizeit zu opfern, werde ich mich auf die Suche nach einem Zweitjob begeben - mein Arbeitsplan sollte das zulassen -, um eventuell nicht jeden Cent umdrehen zu müssen und sich auch mal etwas gönnen zu können. 

Und dann kam der Regen

Wurde am Montag Vormittag noch ein kontrolliertes Feuer am North Head gelegt um schwerwiegendere Buschbrände, die auch Wohnhäuser betreffen könnten, wegen der Hitze und Dürre zu vermeiden, so regnete es ab dem Nachmittag bis zum Ende der Woche immer mal wieder in Strömen.
Nicht nur meine Gasteltern erzählten mir, wie viel Glück ich doch mit dem Wetter hätte. Ständig Sonne, ständig hohe Temperaturen, aber auch ständig hohe Luftfeuchtigkeit. Seit Mitte Februar habe ich kein Tropfen Regen mehr gesehen. Während die 6-Jährige sich schnell unter ihrem Regenschirm verkroch, genoss ich den ersten Regen und die Abkühlung auf meiner Haut [mittlerweile habe ich aber schon wieder genug davon ;)]. Ich finde es echt angenehm, dass es in meiner siebten Arbeitswoche nicht immer ganz so warm war. Wenn es hier übrigens regnet, dann richtig. Wie aus Eimern. Und dann ist es auch recht frisch. Aber sobald die Sonne wieder scheint, ist es sofort super heiß. Gar nicht so einfach, sich richtig zu kleiden. Und was ich vorher überhaupt nicht gedacht hätte: Der Besitz von Gummistiefeln ist hier mehr als angebracht. 
Dank des Wetters war meine Woche ziemlich entspannt und nicht ganz so ereignisreich, da mein Motivationslevel ziemlich niedrig war und ich meine freie Zeit lieber mit Büchern und Serien verbracht habe. Einzig am Montag war ich mit Lenah im Market Lane Café, um während eines Cappuccinos in Gesellschaft von einem Apfel-Zimt-Walnuss-Ricotta-Muffin über ihre neusten Reisepläne zu sprechen und am Samstag auf Shoppingtour, bevor ich abends Babysitten musste. Auf den Märkten und in den Geschäften entlang des Corsos bin ich auch gut fündig geworden, vor allem über die erstandene selbst gemachte Marmelade freue ich mich sehr. Und in den Läden merkt man, dass so langsam der Herbst Einzug findet: es gibt kaum noch Sommerkleidung zu kaufen... 
Aber so eine "langweilige" Woche ist auch mal okay, wie ich finde. Vor allem, da in der Nächsten umso mehr auf dem Programm steht. Über Ostern habe ich nämlich fünf Tage frei und bin fleißig mit Sophie am (Ver)Planen. Ich hoffe, das Wetter beruhigt sich bis dahin - zumindest trocken sollte es sein.
Mit den Kindern verlief wieder alles wie am Schnürchen, ich hab da wirklich zwei Goldstücke erwischt. Klar gibt es kleine Marotten, die einen manchmal aufregen (aber wer hat die nicht?!) oder Situationen, die viel Geduld benötigen, aber im Großen und Ganzen fühle ich mich glücklich, auf die beiden aufzupassen und ein leichtes Spiel mit ihnen zu haben. Sie bringen mich zum Lachen und manchmal möchte ich sie einfach nur in den Arm nehmen, weil sie so unglaublich süß sind.

Ich wünsche allen ein paar schöne Ostertage, Bericht meinerseits folgt nächste Woche, eventuell etwas verspätet :)

Sonntag, 20. März 2016

Anschluss finden

... ist nicht immer einfach.
Vor allem mir fällt es schwer. Aber das war schon immer so. Ich brauche Zeit. Zeit, um mich an Situationen zu gewöhnen. Zeit, um mich in einer neuen Umgebung zu orientieren. Zeit, um mit fremden Menschen warm zu werden. Das ist auch der Grund, warum ich wieder als Au Pair arbeite. Work & travel kann ich mir für mich nicht so richtig vorstellen. Ich habe es nicht ausprobiert - vielleicht liege ich falsch -, aber allein aus dem Grund, dass ich es mir nicht vorstellen kann, sagt für mich schon einiges aus. Ständig neue Leute, ständig eine neue Umgebung, ständig eine andere Arbeit. Das mag für Andere genau das Richtige sein, aber ich brauche Beständigkeit, einen Alltag. Reisen ist meine Leidenschaft, ich entdecke gerne die Welt und ihre Schönheit, und ja, man mag vielleicht mehr vom Land sehen, wenn man regelmäßig seinen Job und seinen Ort wechselt, aber da würde ich mich rastlos fühlen. Zumindest wenn es um einen langen Zeitraum geht. Es ist etwas Anderes, wenn man mit Jemandem zusammen reist und arbeitet, den man gut kennt. Dann hat man immer ein Stück "zu Hause" bei sich. Und ich brauche dieses Gefühl, nach Hause kommen oder mich auf jemanden verlassen zu können. Auch wenn es nur temporär ist. Deshalb Au Pair, deshalb eine Gastfamilie, deshalb ein fester Wohnsitz.
Ich bin einfach nicht gut darin, auf andere Menschen zu zu gehen. Ich brauche Jemanden, der auf mich zugeht, mir Fragen stellt. Sobald ich merke, dass wir auf einer Ebene sind, dass wir uns unterhalten können, fange ich an, mit der Person warm zu werden. Und dann kann ich Reden. Ich rede viel und ich rede gerne. Aber eben nur wenn ich mich wohl fühle. Und das braucht bei mir seine Zeit.
Ich glaube, dass ist auch der Grund, warum ihr hier Probleme habe, Anschluss zu finden. Ich bin froh, dass ich so viel mit Sophie unternehmen kann, aber manchmal durchkreuzen unsere verschiedenen Arbeitszeiten unsere Pläne. Lenah geht bald. Ihr Zeit als Au Pair ist in ein paar Wochen bereits vorbei. Und wenn keiner von beiden Zeit hat, fühle ich mich in gewissen Situationen einsam. Ich bin ein Mensch, der sehr gut Zeit mit sich selbst verbringen kann. Das brauche ich sogar. Einiges kann ich geradezu besser allein unternehmen. Aber nicht immer. Vor allem in Situationen, in denen man das Erlebte mit einer anderen Person teilen möchte oder es einfach komisch ist, ohne Gesellschaft zu sein. Allein ins Kino? Allein auf Events, Veranstaltungen? Allein auf eine Party? Nein, danke!
Es ist ja nicht so, dass ich gar keine Initiative zeige. Ich war bei einem Au Pair Meeting, ich habe auf Facebook einen Post veröffentlicht, ich habe einen Tagestrip mitgemacht - überall die Gelegenheit, neue Leute kennen zu lernen. Aber sehr viel hat sich daraus nicht entwickelt.
Ich bin etwas ratlos, was ich an der Situation ändern könnte. Ich möchte kein Mitleid oder so und es klingt wahrscheinlich deprimierender als es ist - ich bin einfach wirklich nur ratlos. Aber das wird schon! Ich brauche halt meine Zeit... ;)

Mittwoch, 16. März 2016

Eine Busfahrt, die ist lustig

... eine Busfahrt, die ist schön!
Auch wenn der 4-Jährige das jeden Freitag auf dem Weg zur Spielgruppe so sieht, sehe ich das Ganze etwas anders. Busfahren ist nämlich ein (ungewolltes) Abenteuer für sich.
Die erste Hürde: den anrollenden Bus zum Stehen zu bewegen - ohne rechtzeitig auf sich aufmerksam zu machen, kann es passieren, dass er weiter seines Weges zieht. Eventuell hat man Glück die seltene Gattung des freundlichen Busfahrers zu sichten, kann aber auch sein, dass du, noch bevor du einen Schritt in den Bus gesetzt hast, angepampt wirst: "Ich fahre heute nirgendwo mehr hin!" Oder: "Nein, da fahre ich nicht hin, kannst du das Schild nicht lesen?" Gut, war ja nur eine Frage... Sitzt man endlich im richtigen Bus, sollte man stets seinen Freund und Helfer Google Maps griffbereit halten, denn nicht an jeder Bushaltestelle steht der Name eben dieser. Und im Bus werden sowieso keine Durchsagen geschweige denn Anzeigen gemacht, wo man sich gerade befindet und wann es Zeit wird, den Stopp-Knopf zu drücken. Letztendlich sitzt man die ganze Zeit auf heißen Kohlen, aus lauter Angst sein gewünschtes Ziel zu verpassen (vor allem, wenn man die Strecke noch nicht kennt). 
Bisher bin ich immer dort angekommen, wo ich auch hinwollte, aber garantieren kann man hier für nichts. Man sollte einfach versuchen entspannt zu bleiben und das Ganze mit Humor zu nehmen. Denn wenn man sich doch mal mit der Richtung oder der Haltestelle vertut, kommt - wenn man Glück hat - der nächste Bus und die ersehnte Rettung schon ganz bald...
Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön... ;)

Dienstag, 15. März 2016

Es hört einfach nicht auf, schön zu sein

... egal wohin ich meinen Fuß setze.
Für den Anfang der Woche galt: same procedure as last week. Entspannt, sonnig, einfach angenehm. Nur Dienstag fiel etwas aus der Reihe, da ich das erste Mal die Kinder zum Tennis gebracht habe. Mit einem riesigen Auto. Auf der anderen Seite der Straße. In einer unbekannten Gegend. Aber alle sind wohlauf, auch wenn eine Situation dazu führte, dass ich vor den Kindern fluchte (aber von ihnen überhört bzw. nicht weiter kommentiert wurde), von einem anderen Autofahrer angehupt und mir von den Kindern anschließend gut zugeredet wurde. "Jeder macht mal Fehler, kein Mensch ist perfekt." Und das von einer 6-Jährigen... :D Sollte ich den Nachmittag in einem Wort beschreiben, so lautet dies: stressig! Ich war abends fix und fertig, mal sehen wie es bei nächsten Mal so läuft - bleibe aber optimistisch. 
Am Donnerstag traf ich mich mit Sophie um gemeinsam den ca. 10km und 4h langen Manly Scenic Walkway to the Spit abzuwandern, der durch einen Teil des Sydney Harbour National Parks verläuft. Wir bekamen vorher den Tipp, genügend Wasser mitzunehmen, da es auf diesem Walk zwischendurch für lange Zeit keine Möglichkeit gibt, die Trinkflaschen wieder aufzufüllen. Denn es geht überwiegend über Stock und Stein durch den Busch. Viel Schatten, aber trotzdem heiß und stickig. Macht den gesamten Trip auf jeden Fall interessanter, als wenn man die ganze Zeit auf gefestigten Wegen läuft. Und insgesamt kann ich nur wiederholen, was ich schon so oft betont und geschrieben habe: Es ist unglaublich schön hier! Ich war (und bin es auch immer noch) so fasziniert von der sich ständig wandelnden Natur und ihrer Schönheit. Praktisch direkt um die Ecke einer Großstadt gibt es wunderschöne Oasen: verlassene Buchten mit kristallklarem Wasser, dass durch den weißen Sand in allen Grün- und Blautönen schimmert. Wanderten wir eben noch durch den trockenen Busch, befindet man sich auf einmal im feuchten Regenwald. Unglaublich! Würde man meine Worte aufzeichnen und abspielen, bekommt man mit Sicherheit den Eindruck, ich hätte einen Sprung in der Platte. "Oh wow! ... Oh wow! ... Oh wow!" Denn ein Ausblick ist schöner als der andere. Und diese Wanderungen, egal wie anstrengend sie auch sein mögen, sind jeden Schritt und jeden Tropfen Schweiß und jeden komischen Blick im Bus (auf dem Rückweg von der Spit Bridge nach Manly) wert. Wir hatten Glück, dass wir kaum anderen Menschen begegneten, sodass wir diese tolle Atmosphäre authentisch und ungestört genießen konnten. Denn wenn ich an den Walk zum North Head in Manly - ebenfalls Teil des National Parks - zurück denke, waren dort sehr viele andere Menschen (vor allem Sportler und Touristen) unterwegs, was dem Ganzen eine gewisse Unruhe verlieh. So hatten wir die Chance, viele Tiere und ihre Laute wahrzunehmen, vor allem die Wasseragamen meinten es gut mit uns. Mindestens 50 von ihnen - von ganz klein bis respekteinflößend groß - kreuzten im Laufe der Stunden und Kilometer unseren Weg. An der Sandy Bay angekommen, stärkte ich mich mit einem Avocado-Cheeseburger und einem Erdbeermilkshake, sodass auch der letzte Kilometer um die Fisher Bay noch erfolgreich gemeistert werden konnte. Abends musste ich Babysitten. Kurz nach den Kindern lag auch ich mit müden Muskeln und schweren Gliedmaßen im Bett.
Freitag verlief ganz nach meinem Geschmack: Spielgruppe, Brezel Bar, Strand. Entspannter kann ein Tag kaum rumgehen.
Das Wochenende wurde, wenn auch ungeplant, zu einem ruhigen Markt-Wochenende. Eigentlich hatten Sophie und ich andere Pläne, die wir leider umschmeißen bzw. verschieben mussten, da ich aus versicherungstechnischen Gründen nicht das Auto meiner Gastfamilie benutzen konnte. War aber trotzdem schön! Samstag waren wir zunächst im pure wholefoods frühstücken und anschließend auf dem örtlichen Markt in Manly, der jeden Samstag und Sonntag auf einer Nebenstraße vom Corso aufgebaut ist. Überwiegend touristisch und viele Sachen, die man eigentlich nicht braucht - aber ich mag solche Märkte. Da kann ich ewig stöbern! Und bin auch fündig geworden... Also das mit dem Geld-fürs-Reisen-sparen ist manchmal gar nicht so einfach. Abends waren wir noch im Kino, welches sich in der Warringah Mall im Nachbarort befindet. Sonntag sind wir mit der Fähre vorbei an einem gerade einfahrenden Kreuzfahrtschiff (wovon eigentlich regelmäßig mindestens eins am Circular Quay liegt und das Bild der Skyline stört) in die Stadt gefahren und waren dort zunächst auf dem The Rocks Market - ähnlich wie der in Manly, nur größer - und schließlich auf dem Paddys Market in Chinatown. Auf einem riesengroßen Areal unter dem Gebäude einer Mall kann man günstig Souvenirs, Elektrowaren, Kleidung, Schmuck, Kosmetik, Gewürze, Obst und Gemüse sowie Fleisch und Fisch kaufen. Die Stände wiederholen sich zwar nach und nach und es herrscht auch nicht wirklich eine schöne Atmosphäre, so wie ich es auf anderen Märkten empfinde, aber einen Besuch ist es auf jeden Fall Wert. Und ich weiß nun, wo ich am Ende meines Jahres günstig einen zweiten Koffer erwerben kann ;) 
Eigentlich hatten wir uns noch einen anderen Markt rausgesucht, mussten aber vor Ort feststellen, dass dieser nur samstags stattfindet. Nächstes mal lese ich meinen Reiseführer vielleicht doch etwas ausführlicher... So ging mein Tag und somit das Wochenende schon etwas verfrüht zu Ende, was mir aber ganz Recht war, da ich sowieso die letzten Tage über nicht ganz topfit war. 

Montag, 7. März 2016

Life is better at the beach

Die letzte Woche habe ich viel am Strand verbracht, das Wetter ist hier - wie man daraus vielleicht schließen kann ;) - immer noch sehr gut, auch wenn kalendarisch schon Herbst ist. 
Meine mittlerweile bereits 5. Arbeitswoche verlief wieder entspannt und ohne besondere Vorkommnisse. Montag bis Mittwoch hab ich mit den Kindern die üblichen Sachen unternommen: Hobbys, Spielplatz, Schaukel. Ich bin sehr froh, dass sie gerne Zeit draußen verbringen - da vergeht sie immer wie im Flug. Die Vormittage waren ruhig, das ist nach einem erlebnisreichen Wochenende ziemlich angenehm. Bücher lesen, Blog schreiben, Flug buchen. Flug buchen? Ja, ich habe meinen ersten Flug gebucht und plane fleißig meinen ersten Urlaub. Ende April, wenn die Kinder Schulferien haben und für eine Woche bei den Großeltern sind, geht es für mich nach Cairns und ans Great Barrier Reef. Ich kann es jetzt schon kaum noch erwarten! :)
Am Donnerstag hab ich mich mittags auf den Weg zum Bondi Beach, einem der südlichen Strände und wohl auch der bekannteste Sydneys, gemacht. Mit Fähre und Bus habe ich 1,5h gebraucht, ist also nicht mal eben um die Ecke. Und nur des Strandes wegen lohnt es sich meiner Meinung nach leider nicht. Es ist ein Strand. Ein schöner Strand. Aber davon gibt es hier viele (da kann Manly locker mithalten). Und die sind längst nicht so überfüllt und touristisch. Die Menschenmenge hat mir irgendwie die Lust verdorben, mich an den Strand zu legen, weshalb ich mich dann entschloss den 6km und ca. 3h langen Bondi to Coogee Costal Walk (→ Map) zu machen. Angefangen - wie der Name schon sagt - am Bondi Beach, geht es durch verschiedene Parks entlang des Tamarama und Bronte Beach, vorbei am Waverley Cemetery weiter zum Clovelly Beach, Gordons Bay und dem Dolphin Point bis hin zum Coogee Beach. Wirklich wunderbar, schön und jeden Schritt wert! Auch wenn kaum Schatten auf wem Weg vorhanden ist... Also regelmäßig die Wasserflasche an einer der zahlreichen Trinkstationen wieder auffüllen und die Sonnencreme nicht vergessen (was man hier aber generell nicht sollte), denn die Sonne ist gnadenlos. Am Coogee Beach kühlte ich mich kurz ab, ging aber wegen des hohen bzw. starken Wellengangs nicht ganz rein. War trotzdem erfrischend und ein guter Abschluss. 
Am Freitag bin ich mit dem Jungen zu einer Spielgruppe gefahren - eine andere Mutter hatte diese empfohlen. Er hatte allerdings mehr Spaß an der Busfahrt und wäre am liebsten direkt wieder zurück gefahren :D Bis sein Freund aus dem Kindergarten eine halbe Stunde später dazu kam, war er nicht für die anderen Kinder, die Spielsachen und den tollen Außenbereich zu begeistern, aber schließlich scheint es ihm doch gefallen zu haben. Wir sind dann zusammen mit seinem Freund und der Mutter in der deutschen Bäckerei "Brezel Bar" essen gewesen - die Brezel und der Käsekuchen waren unglaublich gut. Belegte Brötchen und vernünftiges Brot gibt es dort auch zu kaufen, auch wenn es seinen Preis hat... Schön, ein Stück Heimat in der Nähe zu wissen! Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Bücherei war es auch schon Zeit, seine Schwester aus der Schule abzuholen und zusammen den Nachmittag mit einem Eis am Strand ausklingen zu lassen. 
Samstag bin ich zu einem von einem Reiseveranstalter organisierten Au Pair Treffen gegangen, einfach um noch mehr Leute kennen zu lernen. Denn das ist das Einzige, was mir hier noch etwas fehlt. Anschluss. Aber das ist ein anderes Thema...  Es war ganz okay, mehr aber auch nicht. Immerhin gab es kostenlos Kaffee und Kuchen. Anschließend bin ich zum Manly Beach gelaufen, wo noch bis Sonntag die Australian Open Of Surfing stattfanden, und habe bei einer der Skater-Veranstaltungen zugeschaut. Ab 16 Uhr fingen die kostenlosen Konzerte auf der MTV Music Stage an, wo ich dann zunächst der Band Kita Alexander und schließlich Angus & Julia Stones lauschte. Tolle Atmosphäre so direkt am Strand mit dem Sand unter den Füßen! Nach einem Ben & Jerry's ging es mit Lenah ins Steyne, wo wir Bier tranken, der Musik lauschten und ich versuchte, den Gesprächen, die sie mit anderen dort angetroffenen Freunden führte, zu folgen. Bei der Lautstärke eher unmöglich... was mir dann leider immer mehr das Gefühl gab, außen vor zu stehen bzw. überflüssig zu sein. Nachdem wir unseren Standort ins Ivanhoe Hotel verlegten, machte ich mich nach einer kurzen Tanzrunde schließlich auf den Weg nach Hause - ich hatte einfach keine Lust mehr. Außerdem war ich für Sonntagmorgen zu meiner ersten Fahrstunde verabredet.
Ab nächster Woche muss ich die 6-Jährige und eine Freundin zum Tennis bringen, da die Mutter, die das sonst übernommen hat, anfängt zu arbeiten, weshalb mich eben diese um kurz nach 9 abholte. Wir fuhren auf - glücklicherweise - noch nicht ganz so geschäftigen Straßen zum Tennisplatz und zurück. Ich bin auf Zypern schon einmal für ein paar Tage links gefahren, deshalb war es nicht ganz so seltsam, aber an die Gangschaltung auf der linken Seite kann ich mich einfach nicht gewöhnen. Und anstatt zu Blinken, setzte ich ständig die Scheibenwischer in Bewegung. Ich fühlte mich wie ein Fahranfänger :D
Anschließend lief ich wieder zum Strand und schaute für ein paar Stunden in der heißen Mittagshitze den Semi-Finals und Finals der Männer und Frauen beim Surfen zu und war froh, als es Zeit wurde zur Fähre zu laufen. Denn zusammen mit Sophie fuhr ich zum Circular Quay und weiter nach Kirribilli, einem Stadtteil von Sydney auf der gegenüberliegenden Seite der Harbour Bridge. Dort wollten wir eigentlich in ein bestimmtes Café, was allerdings schon geschlossen hatte, sodass wir unseren Plan umschmeißen mussten. Wir liefen zum Dr. Mary Booth Lookout und entlang des Ufers in Richtung Brücke. Was uns dort geboten wurde, war ein einmaliger Ausblick auf die Skyline von Sydney - einfach nur empfehlenswert! Wir machten noch einen kurzen Zwischenstopp im Luna Park, einem Vergnügungspark ebenfalls direkt am Hafenufer, beschlossen aber, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt und schipperten mit der Fähre zurück nach Manly. Gut, dass wir nachmittags rechtzeitig in die Stadt gefahren sind, denn als wir an der Wharf ankamen, wartete eine unglaublich lange Schlange - bedingt durch das endende Surfevent - auf die Fähre. Und bedingt durch meinen sich nun abzeichnenden Sonnenbrand war für mich der Ausflug hier beendet. Ein leckeres Abendessen in Gesellschaft meiner Gasteltern rundete das Wochenende ab.

Mittwoch, 2. März 2016

Känguruwunderland & Port Stephens

... am Sonntag ging es zum Morisset Park und Port Stephens.
Über eine Facebook-Gruppe (AUSSIE DAY TRIPS) hatte ich am Tag zuvor das Inserat für einen Tagestrip zum Port Stephens gesehen und Sophie gefragt, ob sie Lust und spontan Zeit hätte, dieses Angebot für Sonntag zu nutzen und zu buchen. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich später heraus stellen sollte.
Sehr früh morgens - aber hellwach, nachdem mich zwei Kakerlaken in der Küche begrüßten... - ging es mit dem Bus zum Treffpunkt. Unser Tourguide Adam war so nett und bot uns an, Sophie und mich auf dem Weg einzusammeln, da der "normale" Treffpunkt mitten in der Stadt liegt und für uns durch den noch nicht laufenden Fährbetrieb schlecht zu erreichen ist. Dort warteten wir eine geschlagene Stunde (wir waren überpünktlich, unsere Mitreisenden anscheinend nicht) - Zeit für Kaffee! Um 8 Uhr saßen auch wir dann endlich im Van, in dem inklusive Fahrer ca. 12 Leute Platz finden und auch voll besetzt war: eine bunte Mischung aus Brasilien, Frankreich und Italien. Vorne neben dem Tourguide saß es sich ganz gut, vor allem was die Aussicht aus dem Van anging. Zwei Stunden fuhren wir mit guter musikalischer Begleitung durch eine endlos grüne und hügelige Waldlandschaft - allein das brachte mich aus dem Staunen kaum heraus. Und als wir im Morisset Park ankamen, einer Anlage, die zu einer psychiatrischen Anstalt bzw. Krankenhaus gehört, war ich endgültig sprachlos.
Mindestens 50 Kängurus hüpften kreuz und quer über die Wiesen. Wow! Damit hatte ich nicht gerechnet. Als wir aus dem Van stiegen und uns den Tieren näherten, verschwand zwar ein Großteil in den umliegenden Wald, aber der wagemutige Rest hielt tapfer unserer Fotosession stand [vor allem Selfies waren heiß begehrt... ;)] und ließen sich sogar füttern und anfassen. Das Fell fühlte sich rauer an, als ich es erwartet hatte.
Respekteinflößend war die gesamte Situation allemal - vor allem von den größeren Kängurus hielt ich lieber Abstand. Und surreal. Man kann es irgendwie gar nicht fassen und verarbeiten. Habe ich das gerade wirklich erlebt? Dieses Gefühl sollte ich noch weitere Male an diesem Tag erleben.
Nach weiteren 30 Minuten Fahrt kamen wir in Anna Bay an, wo sich ein Strand befindet, an den sich eine große Sanddüne anschließt. Dort konnte man für 20$ Kamelreiten, was sich keiner aus unserer Gruppe nehmen ließ. Also bequem ist etwas anderes - ich habe jetzt noch blaue Flecken vom Sattel am Bein - aber trotzdem eine Erfahrung wert. Vor allem das Aufstehen und sich wieder Hinlegen des Kamels lässt einen hoffen, nicht herunter zu fallen...
Weitere 30 Minuten später kamen wir an unserem Endziel Shoal Bay an. Dort bereiteten wir ein Barbecue zu und genossen ein, zwei kühle Applecider im Schatten. Sophie und ich entschlossen uns schließlich, die verbleibenden Stunden nicht nur am Strand zu verbringen, sondern auch zum Wandern auf den Mt Tomaree zu nutzen. Wir waren die Einzigen (zumindest aus unserer Gruppe). Kann man ihnen auch nicht verübeln, denn das, was auf uns zukam, war kein Zuckerschlecken. Auch wenn der Weg zum Aussichtspunkt nur 1,5km beträgt, gleicht die Steigung den Grad der Anstrengung wieder aus. Hundertprozentig. Meine Muskeln haben selten so weh getan! Aber alle Mühe lohnte sich. Definitiv! Was für ein toller Ausblick über die Küste und ihre Buchten und Strände - ich kann wieder nur sagen: Wow! Die Abkühlung im Wasser und eine kurze Verschnaufpause am Strand hatten wir uns im Anschluss wirklich verdient. 
Um 18 Uhr ging es zurück nach Sydney, 3 Stunden Fahrt lagen vor uns. Die meiste Zeit lauschte ich einfach nur der Musik und schaute aus dem Fenster, so faszinierend und schön ist es hier. Wenn dann auch noch der Sonnenuntergang dazu kommt, kann es nicht mehr besser werden. Um 22.30 Uhr kam ich müde und erschöpft, aber glücklich und zufrieden zu Hause an und war mir sicher, dass es nicht der letzte Trip dieser Art sein würde.

Dienstag, 1. März 2016

Wave after wave

Meine 4. Arbeitswoche startete eher ruhig, nahm aber im Laufe der Zeit immer mehr Fahrt auf. 
Am Montag ist der Junge 4 Jahre alt geworden - natürlich ein Grund zu feiern! So richtig kamen wir aber aufgrund von Schule und Nachmittagsbeschäftigung erst am Abend dazu. Wir gingen im Manly Warf Hotel essen, beobachteten die vielen Fische, bastelten mit Knicklichtern diverse Schmuckstücke, sagen Geburtstagslieder [ich auch eins auf Deutsch ;)] und aßen Kuchen. Allerdings etwas zu spät... Völlig aufgedreht sind die Kiddies zu relativ später Stunde durch die Wohnung gerannt. Nun gut, kommt ja nicht jeden Tag vor und man wird ja schließlich nur einmal 4! 
Dienstag und Mittwoch war es ziemlich umspektakulär, egal ob freizeit- oder arbeitsbedingt. Die Tage waren sehr heiß, sodass ich mich gerne im Haus verkrochen habe - ein Hoch auf die Klimaanlage! - oder mit den Kindern an den Strand gegangen bin. Wir waren das erste Mal am Promenadenstrand am Hafen - ich muss aber sagen, dass ich Little Manly mit den Kindern bevorzuge. Er ist zwar auch ruhig was die Wellen angeht, aber je nach Wetterlage (Regen oder Sturm) ist das Wasser und auch der Strand selbst relativ dreckig. Nicht ganz so schön wenn die Kinder auf einmal einen riesigen, muffigen Schwamm durch die Gegend schmeißen... ;)
An meinem freien Donnerstag war es dann endlich soweit: Meine erste (Probe)Surfstunde an der Manly Surf School für 70$ pro Einheit (120 Minuten)* inklusive Board und Wetsuit stand an. Meine Güte, war ich aufgeregt!!! Vor allem als ich den hohen Wellengang sah... Überpünktlich verließ ich das Haus, um dann festzustellen, dass der Weg doch weiter als gedacht ist - ich kam aber trotzdem noch rechtzeitig bei dem Gebäude an. Schnell noch Unterlagen ausgefüllt, quetschte ich mich im nächsten Moment auch schon in den Wetsuit. Bei bereits morgens um 9 Uhr unglaublich hohen Temperaturen gar nicht so einfach. Ich hatte Glück, dass der Kurs nicht ausgebucht und nur aus 8 weiteren Personen aufgeteilt auf zwei Surflehrer bestand. Und dann auch noch alles Anfänger - perfekt! Uns wurde jeweils ein riesiges Softsurfboard zugeteilt (die sind für Anfänger am besten geeignet) und dann ging es auch schon los. Wir mussten die Dinger erst einmal 500m über den Strand schleppen, um zu der richtigen Stelle zu gelangen (wegen der Strömungsverhältnisse) - allein das war ein riesiger Kraftaufwand. Schon völlig aus der Puste wurden uns die Grundregeln erklärt und die Trockenübungen auf dem Sand gezeigt. Es wurde nicht lange gefackelt & die ersten Beiden mussten ins Wasser - ich war eine von ihnen. Und da war ich auf einmal so aufgeregt, dass mir regelrecht schlecht wurde. Aber viel Zeit zum Nachdenken hatte ich nicht. Nachdem ich das Board ins Wasser gewuchtet und mich drauf gelegt hatte, ging es ans Paddeln. Unglaublich. Anstrengend. Wirklich! Aber der Surflehrer war die ganze Zeit an meiner Seite und unterstützte mich wirklich gut. Er half mir dann auch, das Board zu drehen, und meine erste Welle zur richtigen Zeit zu erwischen. "Are you ready?" - Bleibt mir etwa etwas anderes übrig?! Und dann wurde ich mitgezogen. Nun lag es an mir, aufzustehen. Hat nicht ganz geklappt - aber immerhin auf die Knie hab ich es gebracht und bin so bis zum Strand "gesurft". Ich denke, für den Anfang ganz okay :D
Nach kurzer Verschnaufpause (die ich auch bitter nötig hatte), ging es für mich ein paar weitere Male ins Wasser. Mal stand ich ganz gut auf dem Board und kam bis zum Strand, mal verlor ich das Gleichgewicht nach wenigen Sekunden und fiel zurück ins Wasser und (ein)mal kam ich gar nicht hoch. Man muss halt wirklich den richtigen Moment und sein Gleichgewicht finden. Spaß gemacht hat es aber allemal! Nach zwei Stunden war ich dann knallrot (trotz Sonnencreme), am Ende meiner Kräfte (und der Einheit) und unglaublich froh, dass wir die Surfboards nicht zurück schleppen mussten, da noch weitere Einheiten stattfanden.
Lenah, eines der niederländischen Au Pairs, welche mir auch die Schule empfohlen hatte, holte mich vom Strand ab und wir stärkten uns im Café Jellyfish mit super leckern Muffins und Smoothies. Den Rest des Tages genoss ich am Strand und zu Hause.
Freitags verbrachte ich meinen Tag mit Muskelkater & dem 4-Jährigen, der leider ständig über bzw. mit seinen neuen "superfast running shoes" stolperte und sich, noch bevor wir seine Schwester an der Schule abgesetzt hatten, das Knie aufschlug. Super Start! Aber er blieb tapfer... Wir waren zusammen mit Lenah und ihrem 2-Jährigen im Café Fika Swedish Kitchen - dort gab es unglaublich süße Babyccinos (Milchschaum mit Schokopulver & Marshmallow) für die Kleinen und unglaublich leckere Mochas (Schokoladenkaffee) für uns -, anschließend in der Bücherei und im Aquarium. Nachmittags gab es an der Schule der 6-Jährigen ein BBQ und am Strand fand eine Geburtstagsfeier statt. So geht ein langer Tag wirklich schnell um. Kaputt und müde war ich am Ende trotzdem.
Etwas ruhiger ging es dann am Samstag zu. Ich schlief aus, schmiedete Reise- und Unternehmungspläne für die kommenden Wochen (und buchte spontan einen Trip für den nächsten Tag) und ging mit Sophie zum Manly Beach, an dem vom 27. Februar bis zum 6. März die Australian Open Of Surfing stattfinden. Wir schauten ein bisschen den Wellenreitern zu, holten uns etwas zu Essen und genossen den Abend. Früh ging es für uns dann schließlich nach Hause, denn...

* Je mehr Einheiten man in einem Paket zusammen bucht, desto günstiger wird es.