... egal wohin ich meinen Fuß setze.
Für den Anfang der Woche galt: same procedure as last week. Entspannt, sonnig, einfach angenehm. Nur Dienstag fiel etwas aus der Reihe, da ich das erste Mal die Kinder zum Tennis gebracht habe. Mit einem riesigen Auto. Auf der anderen Seite der Straße. In einer unbekannten Gegend. Aber alle sind wohlauf, auch wenn eine Situation dazu führte, dass ich vor den Kindern fluchte (aber von ihnen überhört bzw. nicht weiter kommentiert wurde), von einem anderen Autofahrer angehupt und mir von den Kindern anschließend gut zugeredet wurde. "Jeder macht mal Fehler, kein Mensch ist perfekt." Und das von einer 6-Jährigen... :D Sollte ich den Nachmittag in einem Wort beschreiben, so lautet dies: stressig! Ich war abends fix und fertig, mal sehen wie es bei nächsten Mal so läuft - bleibe aber optimistisch.
Am Donnerstag traf ich mich mit Sophie um gemeinsam den ca. 10km und 4h langen Manly Scenic Walkway to the Spit abzuwandern, der durch einen Teil des Sydney Harbour National Parks verläuft. Wir bekamen vorher den Tipp, genügend Wasser mitzunehmen, da es auf diesem Walk zwischendurch für lange Zeit keine Möglichkeit gibt, die Trinkflaschen wieder aufzufüllen. Denn es geht überwiegend über Stock und Stein durch den Busch. Viel Schatten, aber trotzdem heiß und stickig. Macht den gesamten Trip auf jeden Fall interessanter, als wenn man die ganze Zeit auf gefestigten Wegen läuft. Und insgesamt kann ich nur wiederholen, was ich schon so oft betont und geschrieben habe: Es ist unglaublich schön hier! Ich war (und bin es auch immer noch) so fasziniert von der sich ständig wandelnden Natur und ihrer Schönheit. Praktisch direkt um die Ecke einer Großstadt gibt es wunderschöne Oasen: verlassene Buchten mit kristallklarem Wasser, dass durch den weißen Sand in allen Grün- und Blautönen schimmert. Wanderten wir eben noch durch den trockenen Busch, befindet man sich auf einmal im feuchten Regenwald. Unglaublich! Würde man meine Worte aufzeichnen und abspielen, bekommt man mit Sicherheit den Eindruck, ich hätte einen Sprung in der Platte. "Oh wow! ... Oh wow! ... Oh wow!" Denn ein Ausblick ist schöner als der andere. Und diese Wanderungen, egal wie anstrengend sie auch sein mögen, sind jeden Schritt und jeden Tropfen Schweiß und jeden komischen Blick im Bus (auf dem Rückweg von der Spit Bridge nach Manly) wert. Wir hatten Glück, dass wir kaum anderen Menschen begegneten, sodass wir diese tolle Atmosphäre authentisch und ungestört genießen konnten. Denn wenn ich an den Walk zum North Head in Manly - ebenfalls Teil des National Parks - zurück denke, waren dort sehr viele andere Menschen (vor allem Sportler und Touristen) unterwegs, was dem Ganzen eine gewisse Unruhe verlieh. So hatten wir die Chance, viele Tiere und ihre Laute wahrzunehmen, vor allem die Wasseragamen meinten es gut mit uns. Mindestens 50 von ihnen - von ganz klein bis respekteinflößend groß - kreuzten im Laufe der Stunden und Kilometer unseren Weg. An der Sandy Bay angekommen, stärkte ich mich mit einem Avocado-Cheeseburger und einem Erdbeermilkshake, sodass auch der letzte Kilometer um die Fisher Bay noch erfolgreich gemeistert werden konnte. Abends musste ich Babysitten. Kurz nach den Kindern lag auch ich mit müden Muskeln und schweren Gliedmaßen im Bett.
Freitag verlief ganz nach meinem Geschmack: Spielgruppe, Brezel Bar, Strand. Entspannter kann ein Tag kaum rumgehen.
Das Wochenende wurde, wenn auch ungeplant, zu einem ruhigen Markt-Wochenende. Eigentlich hatten Sophie und ich andere Pläne, die wir leider umschmeißen bzw. verschieben mussten, da ich aus versicherungstechnischen Gründen nicht das Auto meiner Gastfamilie benutzen konnte. War aber trotzdem schön! Samstag waren wir zunächst im pure wholefoods frühstücken und anschließend auf dem örtlichen Markt in Manly, der jeden Samstag und Sonntag auf einer Nebenstraße vom Corso aufgebaut ist. Überwiegend touristisch und viele Sachen, die man eigentlich nicht braucht - aber ich mag solche Märkte. Da kann ich ewig stöbern! Und bin auch fündig geworden... Also das mit dem Geld-fürs-Reisen-sparen ist manchmal gar nicht so einfach. Abends waren wir noch im Kino, welches sich in der Warringah Mall im Nachbarort befindet. Sonntag sind wir mit der Fähre vorbei an einem gerade einfahrenden Kreuzfahrtschiff (wovon eigentlich regelmäßig mindestens eins am Circular Quay liegt und das Bild der Skyline stört) in die Stadt gefahren und waren dort zunächst auf dem The Rocks Market - ähnlich wie der in Manly, nur größer - und schließlich auf dem Paddys Market in Chinatown. Auf einem riesengroßen Areal unter dem Gebäude einer Mall kann man günstig Souvenirs, Elektrowaren, Kleidung, Schmuck, Kosmetik, Gewürze, Obst und Gemüse sowie Fleisch und Fisch kaufen. Die Stände wiederholen sich zwar nach und nach und es herrscht auch nicht wirklich eine schöne Atmosphäre, so wie ich es auf anderen Märkten empfinde, aber einen Besuch ist es auf jeden Fall Wert. Und ich weiß nun, wo ich am Ende meines Jahres günstig einen zweiten Koffer erwerben kann ;)
Eigentlich hatten wir uns noch einen anderen Markt rausgesucht, mussten aber vor Ort feststellen, dass dieser nur samstags stattfindet. Nächstes mal lese ich meinen Reiseführer vielleicht doch etwas ausführlicher... So ging mein Tag und somit das Wochenende schon etwas verfrüht zu Ende, was mir aber ganz Recht war, da ich sowieso die letzten Tage über nicht ganz topfit war.
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