Sonntag, 8. Mai 2016

Ich packe (nicht nur) meine Sachen

(Montag, 02. Mai bis Sonntag, 08. Mai 2016)

Einen schönen Muttertag wünsche ich allen Müttern, aber vor allem einer: meiner Mama! Du bist und bleibst die Beste - ich vermisse dich und hoffe, du hast dich von Wiebke ordentlich verwöhnen lassen :) Ich fiebere jetzt schon unglaublich dem September entgegen, wenn ich dich und Papa in Sydney in Empfang nehmen und endlich persönlich wiedersehen kann.

Diese Woche stand ein Thema ganz groß auf dem Plan: UMZUG!
Wie bereits letzte Woche erwähnt, liefen die Umzugsvorbereitungen schon seit zwei Wochen auf Hochtouren, die letzten paar Tage wurde es dann ernst - und stressig. Anstatt von vier Tagen arbeitete ich sechs (Montag bis Samstag) und half, so viel es ging, beim Packen, Aufräumen und Vorbereiten mit. In meinen Bereich fiel, die Kinderkleidung und die Spielsachen zu packen, die Wände von Kritzeleien zu befreien, die Ablagen in unserem Bad und den (Einbau)Kleiderschränken (von den Kids und mir) "Übergabefertig" zu machen - sprich abzuwischen - und natürlich meinen eigenen Kram wieder in meinen Koffer zu quetschen. Und dann noch der ganz normale Babysitting-Alltag. Die Tage waren lang und kräftezehrend - nicht nur für mich -, vor allem Donnerstag und Freitag, aber im Nachhinein betrachtet ging es trotzdem alles super schnell rum. 
Für meine Freizeit blieb leider nicht allzu viel Energie übrig, weshalb die gesamte Woche in der Hinsicht ziemlich ruhig war. Am Montag Abend war ich mit Franzi in dem kubanischen Restaurant Havana Beach, welches sich direkt am Manly Beach befindet, essen. Sie hatte einen unglaublich guten Deal auf Groupon gefunden, bei dem wir für 20$ ein Getränk, einen Snack sowie Vor- und Hauptspeise erhielten. Super lecker und super günstig! Im Anschluss ließen wir den Abend im 4 Pines, einer lokalen Brauerei, ausklingen. Die restliche Zeit nutzte ich, um Dinge zu erledigen und zu organisieren [es steht bald der Geburtstag meiner kleinen Schwester an... ;)], den Blog weiterhin zu aktualisieren (wenn man einmal hinterher hängt...) und zu lesen.
Am Samstag stand dann also (endlich?!) der große Tag bevor. Nachdem ich morgens meine restlichen Sachen gepackt und mein Zimmer ausgeräumt hatte, ging ich wieder zu dem monatlichen Au Pair Meeting von Peterpans, wo ich einige nette Leute kennenlernen durfte. Mission "Neue Freunde" in vollem Gange. Mal sehen was sich daraus so entwickelt, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich es ganz schön anstrengend finde, immer wieder neue Leute zu treffen und immer wieder dieselben Gespräche zu führen. Ich bin eher der Typ Mensch, der lieber weniger Bekanntschaften, dafür mehr Freunde um sich hat. Smalltalk ist nicht so meins, ich brauch immer ein bisschen um mit Menschen warm zu werden. Das Au Pair Leben besteht aber leider aus vielen Bekanntschaften, ein ständiges Kommen und Gehen, und ich hoffe einfach, unter diesen ein paar Freunde zu finden, mit denen ich hier eine schöne Zeit erleben kann. We will see!
Im Anschluss übernahm ich den 4-Jährigen, die 6-Jährige wurde bei einer Freundin untergebracht. Das verschaffte den Eltern Zeit, in Ruhe und ohne Ablenkung den Großteil des Umzugs über die Bühne zu bringen. Die Möbel wurde zum neues Haus gebracht, die alltäglich gebrauchten Dinge wie Klamotten und Spielsachen in das Ferienhaus. Ich fuhr unter anderem mit dem Jungen in die Mall, um Bilderrahmen für das Muttertag-Geschenk der Kinder zu besorgen. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn er liebt es sehr, Bus zu fahren. Abends saßen wir dann alle zusammen fix und fertig auf der Couch und haben uns Pizza bestellt. Ein guter Abschluss nach einer Woche voller Ein- und Auspacken. 
Den heutigen Tag habe ich entspannt in meinem neuen (vorübergehenden) wunderschönen Zimmer in unserem wunderschönen Altbauferienhaus, das genau meinen Geschmack trifft und nur eine Querstraße vom Manly Beach gelegen ist, verbracht. Ich denke, das habe ich mir nach dieser Woche verdient ;) 

"Du brauchst Freunde!"

(Dienstag, 26. April bis Sonntag, 1. Mai 2016)

Das stellte mein Gastvater fest, nachdem er von meinem Netflix-Marathon am Samstag erfuhr. Haha - dem kann ich nur zustimmen... :D

Eine Woche voller Veränderungen stand mir bevor. Nicht nur, dass es meine erste Woche zurück in Manly, zurück im Arbeitsalltag und leider nun ohne Freunde ist, sondern auch, weil sich mein Arbeitsplan und mein Wohnsitz für die nächsten Wochen ändert und der näherrückende Umzug sich schlagartig im Haushalt bemerkbar machte. Meine Gastfamilie baut nämlich ein Haus. Das ist allerdings noch nicht ganz fertig und da wir aus unserem jetzigen Apartment ausziehen müssen, geht es für fünf Wochen in eine Ferienunterkunft. Puh! Auch der Arbeitsplan meiner Gastmutter ändert sich, sodass ich nun Mittwoch anstatt Donnerstag meinen freien Tag habe. Mehr Arbeit für mich, da der Junge dann zwei volle Tage mit mir zu Hause verbringt. Aber für eine absehbare Zeit okay ;) 
Diese Woche war allerdings völlig aus dem Konzept. Dienstag waren beide Kinder mit mir zu Hause - letzter Tag der Schulferien -, Mittwoch wie üblich und Donnerstag und Freitag bespaßte ich den 4-Jährigen ganztags, am letzten Tag der Arbeitswoche aber routinemäßig wie immer in der Gesellschaft von einem anderen Jungen aus der Kindergartengruppe und seiner Mutter. Spielgruppe, Brezel Bar, Bücherei - ich muss sagen, das hat sich so langsam zu meinem Lieblings(arbeits)tag gemausert. Immer super entspannt und ein glückliches Gastkind. Perfekt!
Die Woche in Cairns war nach Sophies Heimreise glaube ich ganz gut, um den Fakt zu verdrängen, dass, wenn ich zurück komme, keiner meiner Freunde mehr in Manly ist. Aber diese Woche musste ich der Tatsache dann leider doch ins Gesicht blicken und mich darum bemühen, neue Kontakte zu knüpfen. Facebook ist da eine große Hilfe ;) Am Mittwoch traf ich mich ziemlich spontan mit Franzi - ebenfalls deutsch und Au Pair - im Café Barefoot Coffee Traders. Sehr guter Kaffee in sympathischer, gesprächiger Gesellschaft - ein guter Start in die Mission "Neue Freunde". 
Am Wochenende hatte ich allerdings ein kleines Tief und die Unlust hat mich überfallen. Das führte zu dem Netflix-Marathon gefolgt vom Kommentar meines Gastvaters beim Abendessen. Sonntag bin ich über den wöchentlichen Markt in Manly geschlendert, der wegen Bauarbeiten entlang des Corsos verlegt wurde und direkt am Strand stattfand. Kein schlechter Standortwechsel :) Den restlichen Nachmittag verbrachte ich damit, meiner für den Umzug packenden Gastfamilie so gut es ging unter die Arme zu greifen. 
Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich in den kommenden Wochen so alles erwartet.


Montag, 2. Mai 2016

Fitzroy Island

(Freitag, 22. April bis Montag, 25. April 2016)

Freitagmorgen zog es mich wieder zur Marlin Marina, da dort meine Fähre Raging Thunder zur Fitzroy Island abfahren würde. Nicht ganz so früh wie am Dienstag, aber immer noch früh genug ;) Eine gute Stunde ist man unterwegs, dieses Mal schaffte ich es ohne Tabletten mit starker Konzentration auf den Horizont die Fahrt zu überstehen. Ich kann es generell nicht gut ab, wenn ich mich bei einem sich bewegenden Untersatz nicht auf die Umgebung konzentriere. Da kann mir schon schlecht werden, wenn ich einfach nur als Beifahrer im Auto eine Nachricht auf dem Handy lese...
Ich hatte nur den Transport zur Insel gebucht, die Zeit bis zur Rückkehr zum Festland stand mir zur freien Verfügung. Ich beschloss, zunächst etwas die Insel zu erkunden und - vorbei an der Seeschildkröten-Rehabilitierungs-Station - zum Leuchtturm und dem höchsten Punkt von Fitzroy Island zu laufen. Hätte ich gewusst, was für unglaublich steile Wege und Treppen auf mich zukommen würden, hätte ich mir das in dem warmen Klima wohl doch anders überlegt. Aber einmal angefangen, wollte ich nicht umkehren. Und es hat sich gelohnt! Ein schöner Ausblick über die Insel und auf die Küste von Cairns und vor allem die Regenschauer, die immer wieder auf das Land zuzogen, waren wirklich faszinierend zu beobachten. 
Wieder beim Anleger angekommen, lieh ich mir für den restlichen Nachmittag eine Schnorchelausrüstung, schloss meine Sachen weg und verbrachte viel Zeit im Wasser. Das Besondere ist, dass man vor Fitzroy Island schnorcheln kann und nicht auf das offene Meer hinaus fahren muss, da das Riff bis fast zum Strand reicht. Wieder super viele und super schöne Fische und Korallen. Aber ich muss zugeben, dass es mir auf dem offenen Meer um einiges besser gefallen hat. Ich hatte an diesem Tag leider ständig panische Momente, da ich für meinen Geschmack viel zu nah an allem dran war. Man schwebt teilweise nur wenige Zentimeter über dem ganzen Geschehen und weiß gar nicht, wohin mit seinem Körper. Ich hatte dauerhaft Angst mit meinen Flossen und irgendwelchen Bewegungen irgendetwas zu berühren, womöglich sogar zu beschädigen. Das war irgendwie sehr beklemmend. Und nicht so entspannt wie am Dienstag. Nachdem ich meine Ausrüstung wieder abgegeben hatte, bin ich noch etwas am Strand spazieren gegangen, der mich total in seinen Bann gezogen hat. Der Strand bestand nämlich nicht aus Sand, sondern aus alten, angeschwemmten Korallenstücken. Und wenn man drauf gelaufen ist, hat es so ein klirrendes Geräusch ergeben. Eine ganz besondere Musik in meinen Ohren :)
Während der späten Abendsonne ging es zurück nach Cairns. An meinem letzten Abend zog ich noch einmal mit meinen Zimmergenossen los, bevor ich am nächsten Tag schon wieder zurück nach Sydney fliegen würde. Ein guter Abschluss einer ereignisreichen, einzigartigen, beeindruckenden, viel zu schnell vorbei gehenden Woche. 
Samstag frühstückte ich im Pancake House, welches ich am ersten Tag entdeckt und mir für meinen letzten als "Treat" aufgehoben hatte. Bis ich von meinem Flughafen-Shuttle abgeholt wurde, verbrachte ich meine verbleibende Zeit ganz entspannt und in Gesellschaft von Amanda auf dem Balkon meines Hostelzimmers - für etwas anderes reichte meine Energie einfach nicht mehr. Auf dem Rückflug hatte ich einen Fensterplatz und die Möglichkeit, einen letzten Blick auf Cairns während des Sonnenuntergangs zu werfen. Und wieder einmal: traumhaft schön!

Ich muss sagen, dass es mir insgesamt so gut in Cairns gefallen hat, dass ich die Tage nach meiner Rückkehr immer etwas wehmütig wurde, wenn ich daran zurück dachte. So viele wunderschöne Orte habe ich sehen und so viele besondere Sachen unternehmen und erleben dürfen. Auch wenn ich in dieser Woche viel Geld ausgegeben habe, finde ich, habe ich es richtig investiert. Solche Erinnerungen sind für mich unbezahlbar.

Am Sonntag und Montag hatte ich das Apartment ganz für mich allein, die Familie war noch unterwegs. Das ließ mir Zeit und vor allem Ruhe, mich von meinem "Urlaub" zu erholen, Schlaf nachzuholen, zu entspannen, Fotos zu sichten, die Woche Revue passieren zu lassen, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten und einfach Kraft zu tanken, bevor es mit dem Arbeitsalltag wieder losgehen würde. Vom Feiertag am 25. April (Anzac Day) bekam ich nicht viel mit, was wohl aber auch daran lag, dass ich die Wohnung trotz guten Wetters wegen den zuvor erwähnten "Aktivitäten" nur kurz für einen frozen yogurt am Strand verließ. Aber man muss es ja auch nicht übertreiben... ich denke, die vergangene Woche war ereignisreich genug ;)

Sonntag, 1. Mai 2016

Ich bin verliebt

(Donnerstag, 21. April 2016)

... in Rocho!
Nicht nur in ihn, sondern generell in seine Artgenossen: die Koalas. Einfach mir durch und durch sympathische Wesen. Und dann sind sie auch noch so flauschig! 

Ich kann nach diesem Tag eine Sache mehr von meiner bucketlist abhaken: Einen Koala auf dem Arm halten. ✓
Es ist in vielen Staaten Australiens nicht erlaubt die Beuteltiere zu berühren geschweige denn auf dem Arm zu halten - in New South Wales (→ Sydney) zum Beispiel. Doch in Queensland haben es mir die Koala Gardens in der kleinen, niedlichen Stadt Kuranda inmitten des Regenwaldes ermöglicht. 
Relativ früh am Morgen nahm ich den Shuttlebus vom Cairns Central, der Hin und Zurück 13$ kostet und jeweils ca. 40 Minuten für eine Strecke braucht. Kurz nach Eröffnung der Koala Gardens kam ich an, weshalb ich neben zwei anderen Frauen die einzige Besucherin des kleinen, übersichtlichen Tierparks war. Das ist natürlich ein schöner Luxus. Ohne Eile und ohne andere Touristen konnte ich an den Gehegen der dort beherbergten Tiere meines Weges ziehen und ungestört Fotos machen. Süßwasserkrokodile, Kängurus, Wallabys, Wombats, Bandicoots, Schlangen und natürlich die heiß ersehnten Koalas. So nah war ich bisher noch nie an diese faszinierenden, bis zu 20h am Tag schlafenden Tiere heran gekommen. Ich war richtig glücklich! Und der beste Teil stand mir ja noch bevor: Aufgeregt nahm ich Rocho entgegen, nachdem mir gezeigt wurde, wie ich ihn zu halten habe. Super vorsichtig, aber mit einem riesigen Strahlen auf dem Gesicht (das schließe ich zumindest aus meinen Fotos :D)
Der Fotograf war so nett und hat nicht nur seine Kamera, sondern auch meine zur Hand genommen, sodass ich anstatt einem Foto gleich mehrere als Andenken mitnehmen konnte. Er hatte ja aber auch sonst nicht so viel zu tun... ;) 
Nach ungefähr einer Minute wurde mir der Flauschknäul leider schon wieder abgenommen, aber verständlicherweise ist die Zeit begrenzt - das Tier soll ja schließlich nicht zu sehr gestresst werden. Es wird sehr penibel eine Liste geführt, welcher Koala wie oft und wie lang "arbeitet", um das Wohlsein der Tiere aufrecht zu erhalten.
Nachdem ich noch ein paar hungrige Wallabys gefüttert habe, machte ich im Restaurant/Café Frogs eine kurze Kaffee- & Muffin-Pause. Stärkung muss sein :) Ich schlenderte ein bisschen über den Heritage Market, weiter zum Original Rainforest Market - wo allerdings schon viele Stände geschlossen waren (ich nehme an saisonbedingt) - bis hin zum überdachten Bazaar. Dann war es leider schon wieder Zeit, den Rückweg anzutreten. Ich hätte eindeutig noch ein paar Stunden länger dort verbringen können!
Für den Nachmittag stand eine Radtour an, organisiert von Crusing Cairns Bike Tours, einem kleinen, sympathischen Startup Unternehmen. An der Wharf angekommen, stellte ich fest, dass neben mir und dem Tourguide Emily nur noch eine weitere Person - Miya - mitkommen würde. Eine sehr angenehme, gemütlich Runde. Auf bequemen Rädern ging es durch das Zentrum zum ersten Stopp, der St. Monica's Cathedral. Dort gibt es die größten, zu einem Thema bemalten Glasfenster der Welt - die Creation Windows, die die Entstehung der Erde zeigen. Man kann diese Fenster stundenlang betrachten und trotzdem immer wieder Neues entdecken, so detailgetreu und durchdacht ist es. Weiter ging es über den Pioneer Cemetery, entlang eines Kanals, durch einen Park nahe des anderen Friedhofs von Cairns zum Botanischen Garten. Auf dem Weg fing es leider an zu regnen, aber dank eines Regen-Ponchos (hat mich sehr an Festivals erinnert...) und einem Zwischenstopp in einer Kunstausstellung in den sogenannten Tanks (alte umfunktionierte Beton-Benzinlagerstätten aus dem 2. Weltkrieg) war das alles halb so schlimm. Nach einem kurzen Rundgang im Botanischen Garten ging es weiter zum Chinese Friendship Garden und während des Sonnenuntergangs entlang der Promenade zum Ziel der Tour: Marlin Marina. Dort genossen wir mit Sicht auf die beleuchtete Promenade zum Abschluss ein super leckeres Sorbet. Auch zwischendurch gab es immer wieder kleine australische Leckereien zur Stärkung: Cherry Ripe, Apricot Delight, Kangaroo Jerky. Das war auf jeden Fall alles sehr interessant und insgesamt eine tolle Art Cairns näher kennen zu lernen.
Im Anschluss war ich noch mit Miya asiatisch essen. Wieder im Hostel angekommen konnte ich nicht anders als müde, aber zufrieden und glücklich ins Bett zu fallen.

Der regnerische Regenwald

(Mittwoch, 20. April 2016)

Etwas übermüdet ging es am Mittwoch gnadenlos weiter mit meinem straffen Touri-Programm. Um 8 Uhr wurde ich von On The Wallaby Adventure Tours von meinem Hostel abgeholt und mit 5 weiteren Personen fuhr uns der Tourguide in Richtung Daintree Rainforest. Zunächst noch gerade und ebenerdig, befanden wir uns schnell auf den kurvenreichen und steilen Straßen der Gillies Range. Unser erster Stopp war der Heales Outlook - was für ein wunderschöner Ausblick auf die Berglandschaft. Das kann man gar nicht in Worte fassen oder auf Fotos festhalten... Und auch der Cathedral Fig Tree raubte mir beim nächsten Halt den Atem. Was für ein beeindruckender, pompöser, einfach gigantischer Baum. Er soll James Camerons Inspiration für den Baum der Seelen in Avatar gewesen sein. Was wirklich dran ist an der Geschichte, sei mal dahin gestellt - ein paar Ähnlichkeiten sind zumindest vorhanden ;) Es ging durch die so unglaublich saftig grünen Tablelands weiter in einen anderen Teil des Regenwaldes am Rande des Vulkankraters Lake Barrine: weitere Giganten-Bäume, Lianen, auf denen man schaukeln kann und insgesamt eine faszinierende Flora und Fauna. Einfach eine andere Welt! Am Lake Eacham legten wir eine Mittagspause ein, wo wir dann auch die feuchte Seite des Regenwaldes kennenlernen durften: Es regnete wie aus Eimern. Ich fand es ehrlich gesagt ziemlich erfrischend, der Regen war warm. Und bei so einem tropischen Klima auch nicht ganz so überraschend. Heißt ja nicht umsonst Regenwald ;) 
Leider regnete es sich für den restlichen Nachmittag ein, sodass die weiteren Stopps eher kurz ausfielen. An den Millaa Millaa Falls, wo vor ein paar Jahren ein bekannter Shampoo-Hersteller einen Werbefilm produzierte, wurde im superkalten Wasser fix das obligatorische Wasserfall-Haarflip-Foto geschossen (zu dem nur ich mich überwinden konnte), bevor es auf einer kleinen Wanderung zu einem 70m tiefen, mit Wasser gefüllten Krater, auf den man aus 70m Höhe herab blickt, und den Dinner Falls im Mt Hypipamee National Park ging. Dort besteht auch die Möglichkeit, dass einem ein Kasuar - ein flugunfähiger, ziemlich großer Vogel - über den Weg läuft. Eine Begegnung blieb aus. Ich muss allerdings zugeben, dass ich darüber ganz froh war - diese Tiere sind nämlich nicht ganz ungefährlich. Ein bisschen durchgefroren von meinem Sprung ins kalte Wasser und der Klimaanlage im Bus, war ich froh, dass unser letzter Halt einen warmen Tee beinhaltete, bevor es zurück nach Cairns ging. Und was wir auf dem Rückweg zu Gesicht bekamen, werde ich so schnell nicht vergessen: Tief in den Bergen hängende weiße Wolken, die es wie einen Traum erschienen ließen. Noch unbeschreiblich viel schöner als schon am Morgen. Das war ein wirklich besonderer, einzigartiger Moment und ein toller Weg, diesen Tag in einer anderen Welt zu beenden.