(Mittwoch, 20. April 2016)
Etwas übermüdet ging es am Mittwoch gnadenlos weiter mit meinem straffen Touri-Programm. Um 8 Uhr wurde ich von On The Wallaby Adventure Tours von meinem Hostel abgeholt und mit 5 weiteren Personen fuhr uns der Tourguide in Richtung Daintree Rainforest. Zunächst noch gerade und ebenerdig, befanden wir uns schnell auf den kurvenreichen und steilen Straßen der Gillies Range. Unser erster Stopp war der Heales Outlook - was für ein wunderschöner Ausblick auf die Berglandschaft. Das kann man gar nicht in Worte fassen oder auf Fotos festhalten... Und auch der Cathedral Fig Tree raubte mir beim nächsten Halt den Atem. Was für ein beeindruckender, pompöser, einfach gigantischer Baum. Er soll James Camerons Inspiration für den Baum der Seelen in Avatar gewesen sein. Was wirklich dran ist an der Geschichte, sei mal dahin gestellt - ein paar Ähnlichkeiten sind zumindest vorhanden ;) Es ging durch die so unglaublich saftig grünen Tablelands weiter in einen anderen Teil des Regenwaldes am Rande des Vulkankraters Lake Barrine: weitere Giganten-Bäume, Lianen, auf denen man schaukeln kann und insgesamt eine faszinierende Flora und Fauna. Einfach eine andere Welt! Am Lake Eacham legten wir eine Mittagspause ein, wo wir dann auch die feuchte Seite des Regenwaldes kennenlernen durften: Es regnete wie aus Eimern. Ich fand es ehrlich gesagt ziemlich erfrischend, der Regen war warm. Und bei so einem tropischen Klima auch nicht ganz so überraschend. Heißt ja nicht umsonst Regenwald ;)
Leider regnete es sich für den restlichen Nachmittag ein, sodass die weiteren Stopps eher kurz ausfielen. An den Millaa Millaa Falls, wo vor ein paar Jahren ein bekannter Shampoo-Hersteller einen Werbefilm produzierte, wurde im superkalten Wasser fix das obligatorische Wasserfall-Haarflip-Foto geschossen (zu dem nur ich mich überwinden konnte), bevor es auf einer kleinen Wanderung zu einem 70m tiefen, mit Wasser gefüllten Krater, auf den man aus 70m Höhe herab blickt, und den Dinner Falls im Mt Hypipamee National Park ging. Dort besteht auch die Möglichkeit, dass einem ein Kasuar - ein flugunfähiger, ziemlich großer Vogel - über den Weg läuft. Eine Begegnung blieb aus. Ich muss allerdings zugeben, dass ich darüber ganz froh war - diese Tiere sind nämlich nicht ganz ungefährlich. Ein bisschen durchgefroren von meinem Sprung ins kalte Wasser und der Klimaanlage im Bus, war ich froh, dass unser letzter Halt einen warmen Tee beinhaltete, bevor es zurück nach Cairns ging. Und was wir auf dem Rückweg zu Gesicht bekamen, werde ich so schnell nicht vergessen: Tief in den Bergen hängende weiße Wolken, die es wie einen Traum erschienen ließen. Noch unbeschreiblich viel schöner als schon am Morgen. Das war ein wirklich besonderer, einzigartiger Moment und ein toller Weg, diesen Tag in einer anderen Welt zu beenden.
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