(Dienstag, 19. April 2016)
Sehr, sehr, seeehr früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zur Marlin Marina, dem Hafen von Cairns, wo die ganzen Touristenunternehmen, die Bootstouren anbieten, ihre Anlegestellen haben. Das Wetter stand eindeutig auf meiner Seite (Sonnenschein pur) und so konnte mein 9-stündiges "Abenteuer Great Barrier Reef" mit der Ocean Freedom ohne Umschweife starten. 90 Minuten Fahrt stand mir bis zum ersten Stopp am Upolu Cay Reef bevor - Zeit, Tabletten gegen Seekrankheit zu konsumieren (lieber auf der sicheren Seite als über der Reling hängend...), mich mit meiner geliehenen Unterwasserkamera auseinander zu setzen und der Einführung zum Tauchgang zu folgen. Am Reef angekommen, ging es für mich zunächst auf das Glass Bottom Boat. Dort konnte ich mir schon einen ersten Eindruck verschaffen und Korallen, Fische, Muscheln und sogar eine Seeschlange und eine Schildkröte sichten. Mich hielt es im Anschluss nicht lange auf dem Boot. Der empfohlene Stinger Suit (Quallenschutzanzug) & die Flossen übergezogen, die Taucherbrille und den Schnorchel aufgesetzt und mit meiner Kamera bewaffnet, sprang ich ins Meer und war sofort begeistert. Was für eine tolle Unterwasserwelt! Und wenn man darin schwimmt und schnorchelt noch viel beeindruckender als von dem Glasbodenboot. So schöne Farben, so viele Fische. Und am meisten haben mich die wirklich riesigen Muscheln in ihren Bann gezogen - teilweise bis zu einem Meter groß! Wie surreal...
Nach einem leichten Mittagessen (die meisten Getränke und Snacks waren inklusive) und einem Standortwechsel war ich dann endlich mit meinem Tauchgang an der Reihe. Total nervös, aber super gespannt, was auf mich zukommen würde, ließ ich mir die Gewichte und die schweren Sauerstoffflaschen umschnallen, ging noch einmal die wichtigsten Signale durch und watschelte zum Rande des Bootes. Jeweils zwei Tauchanfänger wurden einem erfahrenen Taucher aus der Crew zugeteilt, der die beiden während des 25-minütigen Tauchgangs am Arm halten und herumführen würde. Nach meinem Sprung ins Wasser und anfänglichen Problemen mit meiner Maske, ließen wir vom Boot ab und sanken in die Tiefe. Das Atmen war nicht so seltsam wie erwartet (ich denke hierbei an mein erstes Schnorchel-Erlebnis zurück) und mit meinen Ohren hatte ich auch keine Probleme, es lief also alles wunderbar - was ich meinem Tauchlehrer auch so signalisierte. Dieser ließ sogar von meinem Arm ab und hielt mich irgendwo am Rücken fest, damit ich Gebrauch von meiner Kamera machen konnte. Super klasse von dem Typen! Wir sahen noch mehr Fische, Korallen und Muscheln - mit dem Unterschied, dass wir wirklich nah an alles heran kamen. Dieses Mal begeisterte mich vor allem die Begegnung mit einem Rochen und mit Nemo! Und das nicht nur einmal. In den Anemonen wimmelte es nur so von den Clownfischen. Viel zu schnell ging ein wirklich tolles erstes Taucherlebnis für mich vorbei.
Den restlichen Nachmittag verbrachte ich bis zur Rückkehr nach Cairns weiterhin mit Schnorcheln - ich konnte einfach nicht genug von dieser schönen Unterwasserwelt bekommen :)
Ich muss dazu sagen, auch wenn ich jetzt total begeistert war von dem was ich gesehen habe, bemerkt man auch als Laie den Zerfall und die Beschädigung des größten Korallenriffs der Erde. So viele Korallen sind durch die globale Erwärmung und den El Niño von der Bleiche betroffen - dieses Jahr ist es sogar die Stärkste, die jemals festgestellt wurde -, man kann sich bei ihrem Anblick nur vorstellen, wie farbenfroh und lebensreich das Ganze mal gewesen sein muss. Und trotzdem zerstören wir es immer weiter...
Zurück an Land durfte ich feststellen, was ein ganzer Tag auf dem Meer für Auswirkungen auf meinen Körper hat. Noch Stunden später war mir schwindelig und ich hatte das Gefühl, ich befinde mich immer noch auf einem schwankenden Boot. Der Konsum von goon (Billigwein aus einem Plastikbeutel) mit meinen Zimmergenossen am Abend hat das Ganze dann nicht wirklich besser gemacht... ;)
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