(Samstag, 16. April bis Montag, 18. April 2016)
Am Samstag war es dann soweit: Nachdem wir uns bei bare naked bowl mit Frühstück versorgt, dieses am Strand genossen und unsere sieben Sachen gepackt hatten [die Zahl sieben passt hier wunderbar, da ich nur genau so viele Kilos als Gepäck mitnehmen durfte... wer mich kennt: das war gar nicht mal so einfach ;)], machten Sophie und ich uns mit der fast ferry und dem Zug auf dem Weg zum Flughafen. Ich muss zugeben, dass ich mich ganz schön über den Fahrpreis erschrocken habe. Denn hier gilt nicht die übliche Regelung, dass einem höchstens 15$ pro Tag von der Opal-Card abgezogen werden, egal wie viel und wohin man fährt. Allein vom Circular Quay bis zum Flughafen (ca. 15 Minuten Fahrt) zahlt man schlappe 16$. Dazu die Kosten für die Fähre.
Wie es der Zufall wollte ging Sophies Flug zurück nach Deutschland am späten Abend und meiner nach Cairns am frühen Morgen des darauffolgenden Tages (Sonntag). Ich beschloss, die Nacht einfach am Flughafen zu verbringen, denn ich hätte sonst sowieso viel zu früh für meinen Geschmack wegen der nachts gar nicht bzw. nicht so regelmäßig verkehrenden Fähren und Busse aufstehen müssen. Blöd nur, dass der Inlandsflug-Terminal nachts schließt. Ups!
Nach einem leckeren Abendessen und der Verabschiedung von Sophie machte ich mich also auf den Weg zu einem 24h-MacDonalds, das mir von den Sicherheitsleuten des Flughafens "empfohlen" wurde ("da bekommst du zumindest einen warmen Kaffee..."), um mir dort die Nacht neben einer Steckdose skypend, Serien guckend, lesend, Blog schreibend um die Ohren zu schlagen.
Zu meinem erhofften Schlaf auf dem 3-stündigen Flug kam ich dann leider auch nicht, da hinter mir ein schreiendes Kleinkind saß. Was auch sonst?! Völlig übermüdet kam ich im stickigen, sonnigen, heißen, tropischen Cairns an und war froh, als ich endlich mein Hostel erreichte. Dort erwartete mich dann der nächste "Schock": mein gemischter Schlafsaal war doch nicht so gemischt - 7 Typen, das pure Chaos und ich. Oh man(n)... Es stellte sich aber mit der Zeit heraus, dass alle ganz nette und lustige Zimmergenossen sind und 5 von ihnen - Jamie, Aaron, Oli, Thomas und Nathan - über meinen gesamten Aufenthalt bleiben würden. Ab Dienstag bekam ich dann sogar noch weibliche Verstärkung von Amanda, was die angenehme Truppe abrundete.
Sonntags war mein einziger Plan, Cairns ein bisschen zu Fuß zu erkunden. Ich machte mich also auf den Weg über Rusty's Market (Obst, Gemüse, Blumen, Schmuck), der sich direkt unter dem Hostel befindet, zum Cairns Central Shopping Centre, schlenderte ein bisschen durch die Geschäfte und deckte mich mit Lebensmitteln ein, dann weiter zur Lagune am Hafen, entlang der Promenade und schließlich über den Night Market, der jeden Tag ab 17 Uhr stattfindet und billige Souvenirs, Essen und Massagen anbietet, zurück zum Hostel. Fürs Erste war ich zufrieden und holte meinen langersehnten Schlaf nach.
Montag morgens ließ ich es auch noch einmal etwas entspannter angehen, da ich wusste, dass die restliche Woche ein straffes Programm auf mich zukommt. Nach einem späten Frühstück kam ich zurück aufs Zimmer, um festzustellen, dass meine Zimmergenossen der Drang nach Ordnung überfallen hat und diese in ihrem Wahn meine am Tag zuvor erstandenen Schuhe weggeschmissen hatten. "Oh, hier lag einfach so viel Müll rum von den vorherigen Bewohnern, da haben wir einfach alles, was wir niemandem zuordnen konnten, ausgemistet." Euer Ernst?! Ich war ziemlich angepisst, aber nicht des Geldes wegen, sondern weil sich niemand dafür verantwortlich fühlte, geschweige denn entschuldigte. Sie haben es später mit ein paar Drinks wieder gut gemacht - immerhin ;)
Am Nachmittag wurde ich von Foaming Fury vor dem Hostel abgeholt, um den Nachmittag mit White Water Rafting auf dem Barron River zu verbringen. 20 Touristen, 4 Guides, 3 Schlauchboote und eine Menge Spaß! Nach einer kurzen Einführung ging es zunächst noch etwas entspannter, später dann etwas rauer zu und endete mit einem Bad im Fluss. Einige Leute zog es auch schon vorher aus dem Boot (unfreiwillig), wir in unserem blieben verschont. Im Nachhinein auch ganz gut, denn aus dem Boot raus ist nicht so schwer, hinein allerdings sehr - alles andere als angenehm und elegant ;)
Triefnass ging es zur frühen Abendstunde zurück zum Hostel, wo ich mit folgender Bemerkung abgesetzt wurde: "Gilligan's?! Ooooh, das Partyhostel! Geht's heute Abend noch rund?!" Ging es. Und zwar jeden Abend, wie ich feststellen durfte. Ich hielt mich jedoch zurück, es stand ein langer und anstrengender Tag bevor, den ich auf keinen Fall von einem Kater oder Schlafmangel beeinflussen lassen wollte. Ich ging also als Erste ins Bett und stand als Erste wieder auf, ein Verhalten, dass sich die Woche noch ein paar Mal wiederholen sollte :D
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