Sonntag, 1. Mai 2016

Ich bin verliebt

(Donnerstag, 21. April 2016)

... in Rocho!
Nicht nur in ihn, sondern generell in seine Artgenossen: die Koalas. Einfach mir durch und durch sympathische Wesen. Und dann sind sie auch noch so flauschig! 

Ich kann nach diesem Tag eine Sache mehr von meiner bucketlist abhaken: Einen Koala auf dem Arm halten. ✓
Es ist in vielen Staaten Australiens nicht erlaubt die Beuteltiere zu berühren geschweige denn auf dem Arm zu halten - in New South Wales (→ Sydney) zum Beispiel. Doch in Queensland haben es mir die Koala Gardens in der kleinen, niedlichen Stadt Kuranda inmitten des Regenwaldes ermöglicht. 
Relativ früh am Morgen nahm ich den Shuttlebus vom Cairns Central, der Hin und Zurück 13$ kostet und jeweils ca. 40 Minuten für eine Strecke braucht. Kurz nach Eröffnung der Koala Gardens kam ich an, weshalb ich neben zwei anderen Frauen die einzige Besucherin des kleinen, übersichtlichen Tierparks war. Das ist natürlich ein schöner Luxus. Ohne Eile und ohne andere Touristen konnte ich an den Gehegen der dort beherbergten Tiere meines Weges ziehen und ungestört Fotos machen. Süßwasserkrokodile, Kängurus, Wallabys, Wombats, Bandicoots, Schlangen und natürlich die heiß ersehnten Koalas. So nah war ich bisher noch nie an diese faszinierenden, bis zu 20h am Tag schlafenden Tiere heran gekommen. Ich war richtig glücklich! Und der beste Teil stand mir ja noch bevor: Aufgeregt nahm ich Rocho entgegen, nachdem mir gezeigt wurde, wie ich ihn zu halten habe. Super vorsichtig, aber mit einem riesigen Strahlen auf dem Gesicht (das schließe ich zumindest aus meinen Fotos :D)
Der Fotograf war so nett und hat nicht nur seine Kamera, sondern auch meine zur Hand genommen, sodass ich anstatt einem Foto gleich mehrere als Andenken mitnehmen konnte. Er hatte ja aber auch sonst nicht so viel zu tun... ;) 
Nach ungefähr einer Minute wurde mir der Flauschknäul leider schon wieder abgenommen, aber verständlicherweise ist die Zeit begrenzt - das Tier soll ja schließlich nicht zu sehr gestresst werden. Es wird sehr penibel eine Liste geführt, welcher Koala wie oft und wie lang "arbeitet", um das Wohlsein der Tiere aufrecht zu erhalten.
Nachdem ich noch ein paar hungrige Wallabys gefüttert habe, machte ich im Restaurant/Café Frogs eine kurze Kaffee- & Muffin-Pause. Stärkung muss sein :) Ich schlenderte ein bisschen über den Heritage Market, weiter zum Original Rainforest Market - wo allerdings schon viele Stände geschlossen waren (ich nehme an saisonbedingt) - bis hin zum überdachten Bazaar. Dann war es leider schon wieder Zeit, den Rückweg anzutreten. Ich hätte eindeutig noch ein paar Stunden länger dort verbringen können!
Für den Nachmittag stand eine Radtour an, organisiert von Crusing Cairns Bike Tours, einem kleinen, sympathischen Startup Unternehmen. An der Wharf angekommen, stellte ich fest, dass neben mir und dem Tourguide Emily nur noch eine weitere Person - Miya - mitkommen würde. Eine sehr angenehme, gemütlich Runde. Auf bequemen Rädern ging es durch das Zentrum zum ersten Stopp, der St. Monica's Cathedral. Dort gibt es die größten, zu einem Thema bemalten Glasfenster der Welt - die Creation Windows, die die Entstehung der Erde zeigen. Man kann diese Fenster stundenlang betrachten und trotzdem immer wieder Neues entdecken, so detailgetreu und durchdacht ist es. Weiter ging es über den Pioneer Cemetery, entlang eines Kanals, durch einen Park nahe des anderen Friedhofs von Cairns zum Botanischen Garten. Auf dem Weg fing es leider an zu regnen, aber dank eines Regen-Ponchos (hat mich sehr an Festivals erinnert...) und einem Zwischenstopp in einer Kunstausstellung in den sogenannten Tanks (alte umfunktionierte Beton-Benzinlagerstätten aus dem 2. Weltkrieg) war das alles halb so schlimm. Nach einem kurzen Rundgang im Botanischen Garten ging es weiter zum Chinese Friendship Garden und während des Sonnenuntergangs entlang der Promenade zum Ziel der Tour: Marlin Marina. Dort genossen wir mit Sicht auf die beleuchtete Promenade zum Abschluss ein super leckeres Sorbet. Auch zwischendurch gab es immer wieder kleine australische Leckereien zur Stärkung: Cherry Ripe, Apricot Delight, Kangaroo Jerky. Das war auf jeden Fall alles sehr interessant und insgesamt eine tolle Art Cairns näher kennen zu lernen.
Im Anschluss war ich noch mit Miya asiatisch essen. Wieder im Hostel angekommen konnte ich nicht anders als müde, aber zufrieden und glücklich ins Bett zu fallen.

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