... am Sonntag ging es zum Morisset Park und Port Stephens.
Über eine Facebook-Gruppe (AUSSIE DAY TRIPS) hatte ich am Tag zuvor das Inserat für einen Tagestrip zum Port Stephens gesehen und Sophie gefragt, ob sie Lust und spontan Zeit hätte, dieses Angebot für Sonntag zu nutzen und zu buchen. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich später heraus stellen sollte.
Sehr früh morgens - aber hellwach, nachdem mich zwei Kakerlaken in der Küche begrüßten... - ging es mit dem Bus zum Treffpunkt. Unser Tourguide Adam war so nett und bot uns an, Sophie und mich auf dem Weg einzusammeln, da der "normale" Treffpunkt mitten in der Stadt liegt und für uns durch den noch nicht laufenden Fährbetrieb schlecht zu erreichen ist. Dort warteten wir eine geschlagene Stunde (wir waren überpünktlich, unsere Mitreisenden anscheinend nicht) - Zeit für Kaffee! Um 8 Uhr saßen auch wir dann endlich im Van, in dem inklusive Fahrer ca. 12 Leute Platz finden und auch voll besetzt war: eine bunte Mischung aus Brasilien, Frankreich und Italien. Vorne neben dem Tourguide saß es sich ganz gut, vor allem was die Aussicht aus dem Van anging. Zwei Stunden fuhren wir mit guter musikalischer Begleitung durch eine endlos grüne und hügelige Waldlandschaft - allein das brachte mich aus dem Staunen kaum heraus. Und als wir im Morisset Park ankamen, einer Anlage, die zu einer psychiatrischen Anstalt bzw. Krankenhaus gehört, war ich endgültig sprachlos.
Mindestens 50 Kängurus hüpften kreuz und quer über die Wiesen. Wow! Damit hatte ich nicht gerechnet. Als wir aus dem Van stiegen und uns den Tieren näherten, verschwand zwar ein Großteil in den umliegenden Wald, aber der wagemutige Rest hielt tapfer unserer Fotosession stand [vor allem Selfies waren heiß begehrt... ;)] und ließen sich sogar füttern und anfassen. Das Fell fühlte sich rauer an, als ich es erwartet hatte.
Respekteinflößend war die gesamte Situation allemal - vor allem von den größeren Kängurus hielt ich lieber Abstand. Und surreal. Man kann es irgendwie gar nicht fassen und verarbeiten. Habe ich das gerade wirklich erlebt? Dieses Gefühl sollte ich noch weitere Male an diesem Tag erleben.
Nach weiteren 30 Minuten Fahrt kamen wir in Anna Bay an, wo sich ein Strand befindet, an den sich eine große Sanddüne anschließt. Dort konnte man für 20$ Kamelreiten, was sich keiner aus unserer Gruppe nehmen ließ. Also bequem ist etwas anderes - ich habe jetzt noch blaue Flecken vom Sattel am Bein - aber trotzdem eine Erfahrung wert. Vor allem das Aufstehen und sich wieder Hinlegen des Kamels lässt einen hoffen, nicht herunter zu fallen...
Weitere 30 Minuten später kamen wir an unserem Endziel Shoal Bay an. Dort bereiteten wir ein Barbecue zu und genossen ein, zwei kühle Applecider im Schatten. Sophie und ich entschlossen uns schließlich, die verbleibenden Stunden nicht nur am Strand zu verbringen, sondern auch zum Wandern auf den Mt Tomaree zu nutzen. Wir waren die Einzigen (zumindest aus unserer Gruppe). Kann man ihnen auch nicht verübeln, denn das, was auf uns zukam, war kein Zuckerschlecken. Auch wenn der Weg zum Aussichtspunkt nur 1,5km beträgt, gleicht die Steigung den Grad der Anstrengung wieder aus. Hundertprozentig. Meine Muskeln haben selten so weh getan! Aber alle Mühe lohnte sich. Definitiv! Was für ein toller Ausblick über die Küste und ihre Buchten und Strände - ich kann wieder nur sagen: Wow! Die Abkühlung im Wasser und eine kurze Verschnaufpause am Strand hatten wir uns im Anschluss wirklich verdient.
Um 18 Uhr ging es zurück nach Sydney, 3 Stunden Fahrt lagen vor uns. Die meiste Zeit lauschte ich einfach nur der Musik und schaute aus dem Fenster, so faszinierend und schön ist es hier. Wenn dann auch noch der Sonnenuntergang dazu kommt, kann es nicht mehr besser werden. Um 22.30 Uhr kam ich müde und erschöpft, aber glücklich und zufrieden zu Hause an und war mir sicher, dass es nicht der letzte Trip dieser Art sein würde.
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