(Samstag, 13. August 2016)
Ich hatte so einen schönen, ausführlichen Post über diesen Tag verfasst und habe ihn anstatt zu veröffentlichen ausversehen gelöscht... super, super ärgerlich :(
Also noch einmal von vorn:
Viel zu früh für meinen Geschmack ging es am Samstag Morgen auf in mein nächstes Reiseabenteuer, ein Stadttrip nach Melbourne im Staat Victoria. Der frühe Vogel fängt den Wurm... oder wie war das noch?! Um 3 Uhr klingelte nach 2h Schlaf mein Wecker, um 3.45 Uhr musste ich das Haus verlassen, damit ich um kurz nach 4 Uhr meinen Bus in Richtung Stadt erwischte. Puh! In Sydney musste ich dann an der Wynyard Station in den Zug umsteigen, der mich zum Flughafen bringen würde. Ich stieg, um die überteuerten Gebühren zu sparen, wieder eine Haltestelle eher aus und lief den Rest zu Fuß.
Pünktlich und mit dem Glück einen Fensterplatz zugewiesen bekommen zu haben, hob das Flugzeug in Richtung Melbourne ab. So früh am Morgen war die Aussicht auf Sydney und den Hafen sehr faszinierend & schön. Ein paar Minuten nach Abflug fielen mir allerdings meine Augen zu und auch in Melbourne wollten sie sich noch nicht wieder so richtig öffnen lassen. 1,5h Flugzeit sind dann doch nicht genug, um eine ganze Nacht aufzuholen...
Da der Avalon-Flughafen etwas außerhalb von Melbourne liegt, musste ich mir für 19$ einen Transfer in die Stadt buchen. Im Bus gibt es aber immerhin kostenloses WLAN (ziemlich praktisch, wenn man sein monatliches Datenvolumen schon aufgebraucht hat...) und man wird ebenfalls kostenlos vom Busbahnhof zu seiner Unterkunft gebracht. Somit wurde ich direkt vor dem Urban Central im Stadtteil Southbank abgesetzt, wo ich meinen Rucksack in der Gepäckaufbewahrung verstaute (Zimmerbezug ist meistens erst ab 14 Uhr) und mich auf den Weg machte, die Umgebung zu Fuß zu erkunden.
Als Erstes ging es in den schön angelegten botanischen Garten, in dem sich allerdings die Jahreszeit deutlich bemerkbar machte. So prachtvoll wie auf den Bildern war es durch die kahlen Bäume und tristen Farben des Winters leider nicht.
Apropos Winter: Meine Gastmutter hatte mich zwar vorgewarnt, aber dass es so kalt in Melbourne sein würde, hätte ich wirklich nicht gedacht. In Sydney durften wir letzte Woche schon T-Shirt-und-beinahe-kurze-Hose-Wetter genießen und hier unten musste ich bei unter 20 Grad und bewölktem Himmel meine dicken Pullis wieder hervorkramen. Ich weiß, es ist "meckern" auf hohem Niveau, aber man gewöhnt sich schnell an das warme Klima.
Vom Shrine of Remembrance im botanischen Garten hat man einen tollen Ausblick auf die Skyline. Dort nahm ich anschließend die Tram in die Innenstadt. Melbourne hat das größte Tram-Netwerk der Welt und die Nutzung ist im Innenstadtbereich sogar kostenlos. Eine gute Sache! Ich lief zu den riesigen Queen Victoria Markets, doch nach einem schnellen Rundgang (etwas zu touristisch bzw. die Auswahl traf nicht ganz meinen Geschmack) setzte ich meinen Weg fort zur Staatsbibliothek (State Library of Victoria). Denn dort starten vor der Sir Redmond Barry Statue täglich um 10.30 und 14.30 Uhr kostenlose Stadtrundführungen (free walking tours). Lenah hatte mich netterweise im Voraus darauf hingewiesen. Ich kenne diese Art von Tour schon aus Paris und in Sydney werden sie auch angeboten. Sie sind zwar im Endeffekt nicht ganz kostenlos, da man dem Guide so viel Trinkgeld gibt, wie einem die Führung wert war, aber immer noch günstiger als vergleichbare Optionen. Außerdem sind sie nicht ganz so staubtrocken und werden in entspannter, lockerer Atmosphäre abgehalten und mit witzigen Anekdoten versehen. Ich finde, das ist eine sehr gute Möglichkeit, erst einmal einen groben Überblick über die Stadt, die man besucht, zu gewinnen, auszusortieren, welchen Orten und Sehenswürdigkeiten man später noch nähere Aufmerksamkeit widmen sollte und welchen eher nicht und sich Orientierung zu verschaffen. Meine lag nämlich zu dem Zeitpunkt noch bei Null...
Ich nahm nun den späteren Termin wahr. Im ersten Teil der Tour konzentrierte sich der Inhalt hauptsächlich auf die Geschichte Melbournes, ihren Aufbau und die wichtigsten historischen Gebäude. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann eher um den künstlerischen und ästhetischen Aspekt. Unser Weg führte uns durch die zahlreichen laneways & arcades, also Seitenstraßen und (Einkaufs-)Passagen, wir bestaunten die vielfältige Straßenkunst (vor allem Graffiti) und gelangten zu dem architektonisch außergewöhnlichen Federation Square, der gegenüber vom Bahnhof Flinder Street Station liegt. Wir überquerten den durch Melbourne fließenden Yarra River auf der Princes Bridge und gelangten so nach Southbank. Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick auf die dämmernde Stadt und ihre immer mehr erleuchteten Hochhäuser. Nach 3,5h trennten sich dann unsere Wege wieder - meiner führte mich zum nahe gelegenen food court eines Einkaufszentrums, um meinen Hunger zu stillen.
Den Abend ließ ich an der mit Lichterketten beleuchteten Promenade von Southbank ausklingen. Die passende Stimmung lieferten zahlreiche Straßenkünstler und zur vollen Stunde kann man die vom Crown-Casino veranstaltete Feuershow bewundern.
Nach einem langen, ereignisreichen, aber auch sehr zufrieden stellenden ersten Tag fiel ich früh in mein Hostel-Hochbett. Wie ich es doch liebe... nicht! Aber es erfüllt seinen Zweck. Gute Nacht!
Nach einem langen, ereignisreichen, aber auch sehr zufrieden stellenden ersten Tag fiel ich früh in mein Hostel-Hochbett. Wie ich es doch liebe... nicht! Aber es erfüllt seinen Zweck. Gute Nacht!
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