Dienstag, 16. Februar 2016

36 Grad und es wird noch heißer...

Hoffentlich nicht! Denn ich finde, 36°C fühlen sich hier nicht unbedingt an wie 36°C - vor allem wenn es dazu auch noch schwül ist. So wie letzten Sonntag... Puh!
Doch fangen wir am Anfang der Woche an:
Die ersten Tage war es noch nicht ganz so heiß, das sollte sich erst im Laufe der Woche steigern. Ich verbrachte meine Zeit damit, den Super Bowl zu schauen, weiter Manly zu erkunden - ich habe einen Buchladen und ein Yogastudio für mich entdeckt, da werde ich in nächster Zeit hoffentlich noch mehr Stunden verbringen ;) -, mich mit einem anderen Au Pair auf einen Smoothie zu treffen oder mich einfach mit Musik und einem guten Buch an den Strand in die Sonne zu legen und die Wellen zu genießen. Ich weiß nicht genau, woran es liegt - wahrscheinlich an der Gewissheit, dass meine Zeit hier limitiert ist -, aber ich unterliege hier einem Tatendrang, den ich seit Jahren nicht mehr verspürt habe. In Hamburg hätte ich das gute Wetter wohl nicht so ausgenutzt wie hier. In Hamburg hätte ich wahrscheinlich Netflix vorgezogen und hätte mich nicht aufraffen können, meine freie Zeit anderweitig zu nutzen mit dem Gedanken: ach, heute hab ich keine Lust, das mach ich morgen. In Hamburg hätte ich kein schlechtes Gewissen, so wie ich es hier immer wieder habe, wenn ich vom Laptop zum Fenster in den strahlend blauen Himmel aufblicke. Klingt irgendwie traurig. Aber so ist es. Gut, dass sich das hier gerade ändert!
Arbeitsmäßig lief alles gut, die Kinder werden immer zutraulicher und sie machen es mir mit ihrer Art überaus einfach, morgens aus dem Bett zu steigen. Wir waren sehr viel auf dem Spielplatz (und auf den Schaukeln - ohne Witz, stundenlang!), haben uns am Strand der Hitze widersetzt oder haben zu Hause die nachmittägliche schulfreie Zeit genossen. Am Freitag habe ich beide das erste Mal ins Bett bringen müssen, auch das verlief ohne Probleme. Einziger nervenaufreibender Part: das Abendessen. Speziell auf den 3-Jährigen bezogen. Er isst nämlich ungefähr gar nichts und ist auch nicht gewillt, Sachen zu probieren. Teilweise sind seine Argumente nicht ganz hand- und fußfest ["Alles was Orange ist, mag ich nicht", "Wenn ich das probieren muss, verletzt das meine Gefühle" - aber okay, er ist 3 ;)] und manchmal sitzt man eine geschlagene Stunde mit ihm am Tisch, doch bisher habe ich immer geduldig mit ihm bleiben und Kompromisse aushandeln können, sodass er letztendlich - mal mehr, mal weniger protestierend - zumindest teilweise das isst, was ich ihm vorsetze. Vor allem Gemüse ist sein Feind. Schmeckt alles nicht. Aber Vegemite liebt er... ist klar! Wer von euch das Zeug schon einmal probiert hat, weiß wovon ich rede. Für alle anderen: man könnte auch Salz pur essen. Ich meine, Schokolade oder so, kann ich ja verstehen - aber das?! :D Man verstehe diesen kleinen Menschen.
Am Wochenende habe ich mich samstags mit zwei niederländischen Au Paris in der Stadt getroffen. Zusammen waren wir wegen des vom 6.- 21. Februar stattfindenden Sydney Chinese New Year Festival und dem damit verbundenen Jahr des Affen in Chinatown und anschließend noch in der Innenstadt unterwegs. Die hohen Häuser lassen mich die überwiegende Zeit in die Luft starren, aber es "flasht" mich nicht mehr so, wie damals in Manhattan. Trotzdem ist diese mir noch unbekannte Gegend völlig faszinierend und der Touristen-Modus voll angeschaltet (zum "Leid" der anderen beiden Au Pairs, die schon etwas länger da sind). Sonntags habe ich morgens noch ein paar Sachen besorgt und bin dann nachmittags - weil es einfach zu heiß für den Strand war - wieder mit zwei Au Pairs mit der Fähre in die Stadt geschippert und anschließend zur Pyrmont Bay gelaufen, um dort an dem The Sydney Morning Herald Lunar Market teilzuhaben. Super viele Stände mit super viel leckerem Essen, dazu noch ein kaltes Bier unter schönen Laternen direkt am Hafen - perfekt! 
Als die Dämmerung einbrach (unglaublich schön in der Kombination mit den mittlerweile erleuchteten Laternen!) und es ziemlich schnell ziemlich kalt wurde, machten wir uns mit der Fähre von Pyrmont Bay entlang des erleuchteten Luna Parks (Vergnügungspark an der Lavender Bay) und unterhalb der Harbour Bridge mit Blick aufs Opernhaus und die Skyline auf den Weg zurück zum Circular Quay und von dort weiter nach Manly. Was für ein wunderschöner, einmaliger, atemberaubender Ausblick!  Da war die "Kälte" prompt vergessen. Ich freue mich schon auf viele weitere so wunderbare Momente wie diesen :)
In Manly erwartete uns übrigens das düstere Nichts - Stromausfall! Nur ein paar Polizeiwagen leuchteten uns den Weg nach Hause, alles andere war dunkel - egal ob Wohnungen, Ampeln oder Straßenlaternen. Meine Gastmutter vermutet, dass es wohl an Überlastung lag. Hitze + viele schwitzende Haushalte + kühlende Klimaanlagen = Schwarz. Hat sich aber schnell wieder geregelt und ich konnte meinen Abend in Ruhe mit einer Folge House Of Cards ausklingen lassen.

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