Das war wohl die häufigste Frage, die ich in den letzten Monaten zu hören bekam :D Ist ja auch nicht ganz unwichtig... aber nicht das Einzige, was beantragt, vorbereitet oder besorgt werden muss.
Nachdem ich nun also eine 4-köpfige Gastfamilie in Australien gefunden hatte und feststand, dass es Ende Januar für mich nach Manly - einem kleinen, aber feinen Vorort von Sydney in New South Wales - geht, wo ich auf einen 3-jährigen Jungen und ein 6-jähriges Mädchen aufpassen werde, verschaffte ich mir erst einmal einen Überblick, was alles auf meine to-do-Liste gesetzt werden muss. Meinen Reisepass hatte ich bereits im Sommer beantragt, da mein alter im Oktober ablief und ich einen bei Ausreise noch gültigen Pass für die Bewerbung bei der Agentur brauchte. Abgesehen davon natürlich die offensichtlichen Dinge: einen Hinflug (den Rückflug ließ ich aus Gründen der Flexibilität von Zeitpunkt und Ort/Route weg), eine Kreditkarte, einen internationalen Führerschein, eine Auslandskrankenversicherung. Und natürlich das Working Holiday Visum, mit dem ich - wenn man zwischen 18 und 30 Jahre alt ist - ab Beantragungsdatum 1 Jahr Zeit habe, um in das Land zu reisen, anschließend 1 Jahr dort bleiben, bis zu 6 Monate bei demselben Arbeitgeber arbeiten und so oft ein- und ausreisen darf, wie ich möchte und das Visum gültig ist.
Amüsante Geschichte zwischendurch: Visum beantragt (dauert online ca. 1 Stunde) & bezahlt (440 AUD + Kreditkartengebühren), Antragsbestätigung per E-Mail bekommen. 4 Wochen gewartet, schon total nervös und sich Gedanken machend im Internet recherchiert (normalerweise erhält man bei der Onlinebeantragung die Bestätigung des Visums bereits nach wenigen Stunden), noch einmal die E-Mails gecheckt, um dann festzustellen, dass die heiß ersehnte Nachricht bereits wenige Minuten nach Beantragung und Bestätigung im Postfach war und von mir einfach übersehen wurde. Was lernen wir daraus?! Man sollte seine E-Mails immer gründlich lesen...!
Ich wechselte Geld, besorgte Gastgeschenke, deckte mich mit Sonnencreme LSF 50+ und Lektüre über Land und Leute ein, informierte mich über die Gepäckbestimmungen (ich musste mal wieder feststellen: es ist nicht einfach für ein Jahr zu packen...), klapperte sämtliche Ärzte ab, druckte alle wichtigen Dokumente und einen Kontoauszug zum Nachweis von genug Eigenkapital aus, suchte und fand eine Untermieterin für mein Zimmer, räumte eben dieses bis auf die Möbel leer und fing an, meinen Abschied zu planen.
Abschied von Arbeitskollegen, von Freunden, von Familie. Teilweise unwirklich und seltsam und dadurch relativ ruhig und gelassen, doch auch traurig. So ganz kam ich nun doch nicht um Tränen herum. Die große Aufregung setzte dann zwei Tage vor Abflug schlagartig ein. Schlaflosig- und Übelkeit gehörten zu meinen ständigen Begleitern. Der Koffer wurde gefüllt, um- wieder aus- und schließlich endgültig eingepackt. Das Handgepäck für zu schwer befunden und ebenfalls reduziert und aussortiert. Und das Auto in Richtung Frankfurter Flughafen bestiegen...
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