Donnerstag, 1. September 2016

Ein bisschen Sport muss sein...

(Montag, 22. August bis Sonntag, 28. August 2016)

Letzte Woche war eine dieser Wochen, die einem durch die ganzen Termine oder Aktivitäten zwischenzeitlich endlos lang erscheinen, und man sich wundert, wie viel man an einem Tag schafft, und im Nachhinein vorbei geht wie im Flug. Und letzte Woche stand ganz unter dem Motto "Sport".
Nach einer Woche Pause (letzte Woche war es zeitlich einfach nicht drin), traf ich mich am Montag mit Marie zum Surfen und die zwei Stunden im Wasser waren ziemlich erfolgreich und zufrieden stellend. Normalerweise versuche ich meine Stunden immer bei dem selben Surflehrer zu nehmen, einfach damit ich mich nicht jede Woche umstellen und jedes Mal erzählen muss, auf welchem Stand ich bin. Und es gibt welche, deren Lehr-Stil ich nicht so ganz mag. Montag war eine Ausnahme, da es von der Uhrzeit einfach nicht anders passte. Aber überhaupt nicht schlimm, der Lehrer war super. Er hat sich sehr darum bemüht, dass wir so viel wie möglich alleine machen, allerdings sofort zur Stelle ist, wenn man doch Hilfe braucht. Und sehr motivierend und lobend. Auch nicht schlecht :D Die Konditionen waren sehr einfach: kleine, langsam brechend Wellen, perfekt für mich und jeden anderen Anfänger. Und ich kann nun sagen: ich habe meine ersten Wellen (fast) allein genommen - und das habe ich nicht einmal realisiert. Ich brauche immer noch Hilfe bei der Auswahl der Welle und dem Finden des richtigen Moments. Das ist so schwer einzuschätzen. Da benötige ich einfach immer noch Unterstützung und Kommandos. Wann fange ich an zu paddeln, wann muss ich an Kraft und Tempo zulegen, wann stehe ich auf? 
Normalerweise bekomme ich außerdem noch einen Anschubs vom Surflehrer, um auch wirklich die Welle zu erwischen und sie nicht unter mir entwischt. Aber nachdem ich ein paar Wellen genommen hatte, meinte der Typ, dass ich es wunderbar allein und ohne Anschubs hinbekommen habe. Das konnte ich erst gar nicht glauben, da ich das in dem Moment gar nicht bemerkt habe. Ich war der festen Überzeugung, er hätte mir noch den Anstoß gegeben. Und einen Augenblick später war ich dann stolz. Das ist schon ein ziemliches tolles Gefühl! Ich bin bei weitem kein Naturtalent und manchmal sind die Fortschritte so klein, dass es frustrierend ist, aber immerhin mache ich Fortschritte. Und wenn ich es mit meiner ersten Surfstunde vergleiche, dann ist es doch ein himmelweiter Unterschied. So etwas muss man sich zwischendurch ins Gedächtnis rufen, um in gewissen Situationen nicht zu verzweifeln. Und man sollte sich nicht mit Anderen vergleichen, aber darin bin ich zugegebenermaßen sehr schlecht. 
Zum krönenden Abschluss hüpfte nach unserer Stunde ufernah eine Gruppe von etwa 10 Delfinen durch das Wasser. Geht's noch besser?! ;)
Super motiviert habe ich zu Hause noch ein 40-minütiges Sportprogramm eingelegt und den restlichen Arbeitstag entspannt verbracht. Insgesamt wird es für mich so langsam mal Zeit in der sportlichen Sparte meines Lebens wieder etwas mehr zu tun. Ich bin einfach keine sportliche Person, Fitnessstudio macht mir zum Beispiel überhaupt keinen Spaß und mir fehlt definitiv die Motivation. Aber da ich letzte Woche eine Waage in die Finger bekommen und mich etwas erschrocken habe, außerdem der Sommer vor der Tür steht, muss ich meinen inneren Schweinehund überwinden und etwas ändern. Ich habe zwar in Australien insgesamt nur 3kg zugenommen (in Amerika waren es damals 10kg!), aber da ich mich in Deutschland schon nicht mehr wohl gefühlt habe, wird es endlich Zeit. Und am besten geht das in Gesellschaft! Deshalb traf ich mich am nächsten Tag mit Caro und zusammen suchten wir uns ein Fitnessstudio (Groupon sei Dank) und blieben gleich dort. In dieser Woche lassen wir es erst noch ruhig angehen, ab nächste Woche starten wir dann ein Fitnessprogramm. Ich bin gespannt...
Am Mittwoch hat die Batterie meines Autos den Geist aufgegeben. Normalerweise kein Problem - an das Laufen bin ich ja gewöhnt, auch wenn es mit den Kids etwas umständlicher ist -, aber da es an dem Morgen in Strömen regnete, hätte es schlechter kaum sein können. Immerhin ist es zu Hause passiert und nicht irgendwo im Ort. Gezwungenermaßen musste ich den Monstertruck meines Gastvaters für die nächsten zwei Tage nutzen. Kein Vergnügen, vor allem nicht in engen Parkhäusern... Aber das Auto (und auch ich) hat es überstanden und meins läuft wieder. Hallelujah! Die Arbeitswoche war ansonsten ziemlich normal, Dienstag, Mittwoch und Freitag passte ich auf die Kinder meiner Gastfamilie auf, Donnerstag und Samstag auf das mittlerweile 7-Monate-alte Baby. Mit den Kindern gehe ich wieder gerne an den Strand, es wird so langsam wärmer (zum Schwimmen ist es allerdings zu kalt), und auch meine freie Zeit verbringe ich gerne dort. 
Meinen freien Sonntag verbrachte ich mit Caro in der Stadt. Wir schlenderten über den The Rocks Market, besuchten die mitten in der Stadt liegende kleine Oase Chinese Garden Of Friendship, aßen am Darling Harbour zu Mittag, fuhren zum Hyde Park und warfen einen kurzen Blick in die St. Mary's Cathedral. Bis auf die Märkte alles Orte, an denen ich bisher höchstens mal vorbei gefahren bin. Nach unserem straffen Touri-Programm ließ ich den Abend entspannt in meinem mittlerweile ziemlich weit eigerichteten Zimmer ausklingen (es fehlt nur noch das Waschbecken in meinem Badezimmer...). 

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